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Das Foto zeigt den Tüpfelharteu

Tüpfelharteu bekämpfen

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Der Tüpfelharteu wird auch echtes Johanniskraut, oder Tüpfel-Johanniskraut genannt und ist eine mehrjährige Pflanze. Um den Tüpfelharteu zu bekämpfen muss man den gesamten Wurzelstock ausgraben.

Erkennen

Das Foto zeigt die gelbe Blüte vom Johanniskraut

Der Tüpfelharteu wird zwischen 30 und 60 cm hoch. Die Pflanzenstängel wachsen aufrecht, besitzen jeweils zwei Längskanten und sind im oberen Bereich verzweigt. Die Laubblätter sind klein, oval geformt und sitzen gegenständig an den Stängeln. Die Blätter der Keimpflanzen sind etwas kleiner, gleichen in der Form jedoch den später folgenden Laubblättern.Auf jedem Blatt sind zahlreiche durchscheinende, transparente Punkte zu erkennen – dabei handelt es sich um Öl-Drüsen.

Während andere Johanniskraut-Arten der Gattung Hypericum hohle Stängel besitzen, sind die Stängel des echten Johanniskrauts mit Mark gefüllt.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die Blüten besitzen jeweils fünf goldgelbe Blütenblätter, die Staubblätter bilden dichte Büschel. Beim Zerreiben der Blüten tritt ein blutroter Saft aus. Mehrere dieser goldgelben Blüten bilden einen doldenförmigen Blütenstand.

Achtung!

Wenn ein Tier von den Blüten frisst, nimmt es den Farbstoff Hypericin auf. Dies kann zu einer Lichtempfindlichkeitsreaktion führen: Hält sich das Tier im Sonnenlicht auf, kann dies zu schweren, unter Umständen tödlichen Vergiftungen führen.

Die Samen werden durch Wind, Regen, Tiere und Menschen verbreitet. Sie keimen jedoch erst im Frühjahr des folgenden Jahres.

Wurzelbildung

Der Tüpfelharteu verfügt über einen stark verzweigten Wurzelstock und gehört ähnlich wie der Löwenzahn zu den Wurzelunkräutern. Dieser Wurzelstock kann bis zu 50 cm tief in den Boden reichen. Die Pflanze breitet sich unterirdisch über die stark verzweigten Wurzelsprosse aus, die aus dem Rhizom entspringen.

Bekämpfung des Tüpfelharteus im Garten

Das Foto zeigt geschlossene Blüten vom Tüpfelharteu

Der Tüpfelharteu ist ein typisches Wurzelunkraut. Um ihn dauerhaft zu beseitigen, muss der gesamte Wurzelstock mit all seinen Verzweigungen sorgfältig ausgegraben werden. Werden nur oberirdische Teile entfernt, treibt die Pflanze häufig wieder aus, da die unterirdischen Rhizome weiterlebensfähig sind.

Bei starkem Befall kann zusätzlich das regelmäßige Mulchen oder das Abdecken der Fläche mit lichtundurchlässiger Folie über mehrere Monate helfen, das Nachwachsen zu verhindern. Auch das regelmäßige Mähen vor der Blüte kann die Samenbildung einschränken, beseitigt die Pflanze jedoch nicht vollständig.

Verbreitung und Vorkommen

Das Foto zeigt die Blüten vom Johanniskraut

Schon gewusst?

Als Heilpflanze wird das Johanniskraut seit langem geschätzt, insbesondere als mildes und gut verträgliches Antidepressivum.

Der Tüpfelharteu, auch bekannt als echtes Johanniskraut, ist eine weit verbreitete Pflanze in Europa, Asien und Nordafrika. Inzwischen ist sie auch in Nordamerika, Japan, Korea und Australien als Neophyt anzutreffen.

Johanniskraut besiedelt sowohl tiefe Tallagen als auch mittlere Höhenlagen – in Tirol beispielsweise bis etwa 1.700 m über dem Meeresspiegel, im Schweizer Kanton Wallis sogar bis 2.000 m. Man findet die Pflanze an Waldrändern und Gebüschen, entlang von Wegen und auf Böschungen, auf Magerwiesen sowie in Ginster- und Heideflächen. Als Pionierpflanze besiedelt sie auch unbearbeitete Brachflächen oder Bahnschotter.

Das Johanniskraut bevorzugt warme Standorte mit trockenen bis leicht feuchten, stickstoffarmen Böden. Stark saure Substrate werden von ihm nicht vertragen.

Achtung!

Das echte Johanniskraut kann leicht mit dem giftigen Jakobskreuzkraut verwechselt werden. Auch der Wiesenpippau ähnelt ihm zwar, ist jedoch harmlos und ungiftig.