Das Springkraut wächst auf feuchtem Boden besonders gut. Da das Springkraut bis zu 2 Meter hoch werden kann, sollte man bereits die Keimpflanzen bekämpfen. Alles Wichtige im Überblick.
Erkennen

Das Drüsige oder Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) kann sich im Garten auf jedem feuchten Boden ansiedeln. Es wird 80 bis 200 cm hoch und bildet aufrechte, teils stark verzweigte Stängel, die dick, knotig und saftreich sind. Die grünen Blätter sind lanzettförmig.
Leicht zu erkennen ist das Drüsige Springkraut an seinen großen, weinroten Blüten, die in langstieligen, schirmförmigen Blütenständen mit bis zu 15 Einzelblüten erscheinen.
Rund um die Blüten entwickeln sich die typischen, großen Kapselfrüchte der Gattung Impatiens, die beim Aufplatzen ihre Samen meterweit fortschleudern. Durch diesen Schleudermechanismus breitet sich die Pflanze rasch im ganzen Garten aus.

Wurzelbildung
Die Wurzel des Drüsigen Springkrauts ist flachwachsend und besteht aus rötlich gefärbten, fleischigen Stelzwurzeln. Sie verankern die Pflanze locker im Boden und lassen sich daher leicht herausziehen.
Hausmittel und andere Alternativen
Da sich die Keimpflanzen rasch zu bis zu 2 m hohen Pflanzen entwickeln, sollte man sie überall dort, wo sie nicht erwünscht sind und anderen Gartenpflanzen den Platz nehmen, möglichst früh entfernen. Am besten reißt man schon die Keimlinge, spätestens aber die halbwüchsigen Jungpflanzen, von Hand mitsamt den Wurzeln aus oder gräbt sie aus. Die rötlich gefärbten Stelzwurzeln wurzeln flach im Boden und lassen sich leicht herausziehen, wenn man sie knapp über den Wurzeln fasst.
Größere Bestände lassen sich am wirksamsten durch Mähen mit der Sense vor der Blütezeit beseitigen. Wichtig ist, das Schnittgut vollständig aus dem Garten zu entfernen, da die Samen auf dem Kompost lange keimfähig bleiben.
Wichtig!
Wer das Drüsige Springkraut dauerhaft loswerden will, muss über mehrere Jahre hinweg konsequent kontrollieren und die Pflanzen immer wieder entfernen, da die Samen im Boden lange überdauern können.
In manchen Regionen Mitteleuropas tritt die Schwarze Bohnenlaus auf, die dicht unter den Blüten Kolonien bildet und dem Springkraut so viel Saft entzieht, dass es geschwächt wird und im Wachstum deutlich gehemmt ist. Dadurch kann sich die Pflanze in ihrer Ausbreitung stark verlangsamen.
Ein weiterer natürlicher Fressfeind ist die Raupe des Mittleren Weinschwärmers, die die Blätter frisst. Sie gezielt in den Garten zu locken, ist jedoch nicht sinnvoll, da sie ein breites Nahrungsspektrum hat und auch viele andere Pflanzenarten schädigen kann.
Chemische Bekämpfung
Das Indischen Springkraut sollte man weder im Garten noch in der Landwirtschaft mit Herbiziden bekämpfen. Sie ist auch nicht notwendig, da sich die Pflanze manuell im Garten oder mechanisch in der Landwirtschaft problemlos entfernen lässt.
Das Drüsige Springkraut einfach stehen lassen?
Das BdN stuft das Drüsige Springkraut als invasive Art ein, weshalb es im Privatgarten eigentlich nicht mehr angepflanzt werden darf. Besonders kritisch ist dies in Gärten nahe an Gewässern, da sich die Samen über das Wasser schnell verbreiten und auch weit entfernte Gebiete besiedeln können. Daher sollte man das Springkraut auf jeden Fall bekämpfen.
Schon gewusst?
Ursprünglich trugen vor allem Imker zur Ausbreitung in den Gärten bei, da sie das Springkraut wegen seines reichen Angebots an Nektar und Pollen für ihre Honigbienen anpflanzten.
Drüsiges Springkraut im Jahresverlauf

Das Drüsige Springkraut ist eine einjährige Pflanze, die im Frühjahr keimt. Die Keimlinge besitzen rundliche bis nierenförmige Keimblätter, die am Rand und an der Blattbasis rötlich gefärbt sind. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis zu den ersten Frösten.
Natürliches Vorkommen des Drüsigen Springkrautes und seine Ausbreitung in Mitteleuropa
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Drüsigen Springkrauts liegt im Nordosten Indiens im Himalaya. Wegen seiner großen, weinroten Blüten wurde es in vielen Botanischen Gärten Europas angepflanzt und breitete sich von dort unkontrolliert aus – vor allem entlang von Bächen und Flüssen, wo die feuchten Böden ideale Bedingungen bieten.
Dort konnte es sich so stark vermehren, dass es die natürliche Ufervegetation verdrängt und deshalb als invasive Art bekämpft werden muss. Heute wächst das Drüsige Springkraut in Mitteleuropa nicht nur an Fließgewässern, sondern auch auf Feuchtwiesen, an Straßen- und Grabenrändern, in Auenwäldern sowie entlang von Waldrändern und Waldwegen.