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Das Foto zeigt den Echten Erdrauch

Echten Erdrauch bekämpfen

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Der Echte Erdrauch breitet sich im Garten schnell aus und kann auf Beeten störend werden. Mit einfachem Ausreißen oder Jäten lässt er sich effektiv entfernen. Man kann den Echten Erdrauch ohne chemische Mittel bekämpfen.

Erkennen

Der Echte oder Gemeine Erdrauch (Fumaria officinalis), auch Fenchelkraut oder Traubenkerbel genannt, ist ein einjähriges Kraut, das meist etwa 30 cm hoch wird, in seltenen Fällen aber bis zu 70 cm erreichen kann. Seine stark verzweigten Stängel wachsen aufsteigend bis aufrecht und besitzen eine leicht gerillte Oberfläche. Die zarten, grau-grünen Laubblätter sind doppelt gefiedert.

Die Blütezeit reicht von April/Mai bis Oktober. Die länglich-schmalen Blüten mit Sporn sind hellpurpurn bis amethystfarben und tragen an der Spitze eine dunkelrote bis schwarze Färbung. Die Blütenstände bilden aufrecht stehende Trauben mit 20 bis 40, manchmal bis zu 70 Blüten.

Die Samen werden durch Wind, Regenwasser, Menschen und Tiere, vor allem im Garten nistende Ameisen, verbreitet. Die Keimpflanzen besitzen gestielte, lange, linealisch schmale und spitz zulaufende Blätter. Die ersten Laubblätter danach sind ebenfalls gestielt und handförmig geteilt.

Schon gewusst?

Auf den ersten Blick kaum zu erkennen, gehört der Echte Erdrauch tatsächlich zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Hausmittel zur Bekämpfung

Den Echten Erdrauch kann man mit seinen zarten Wurzeln leicht durch Jäten bekämpfen. Da die Pflanze jedoch leicht giftig ist, sollte man beim Entfernen sicherheitshalber Gartenhandschuhe tragen. Chemische Mittel sind dafür nicht nötig.

Wieso ist der Echte Erdrauch eine Heilpflanze, aber in hohen Dosen giftig?

Wichtig!

Das Alkaloid Fumarin ist in höheren Dosen giftig, weshalb von einer Selbstmedikation dringend abzuraten ist. Die Anwendung sollte nur unter Anleitung erfahrener Ärzte, Heilpraktiker oder Apotheker erfolgen.

Bereits in der Antike wurde der Echte Erdrauch als Heilpflanze zur Blutreinigung genutzt. Im Mittelalter setzte man ihn zur Behandlung von Schuppenflechte, Gallenproblemen und chronischen Hautleiden ein.

Vor allem die enthaltene Fumarsäure wirkt krampflösend und entzündungshemmend.

Als Tee kann Erdrauch bei Gallenproblemen, Magen-Darm-Krämpfen, Verstopfung und Völlegefühl helfen, äußerlich angewendet unterstützt er bei Schuppenflechte, Ekzemen und anderen Hautproblemen.

Verbreitung und Vorkommen

Der Echte Erdrauch (Fumaria officinalis) ist in fast ganz Europa verbreitet, mit Ausnahme von Nordskandinavien, und kommt in Ost-Europa häufiger vor als im Westen.

In Deutschland ist er weit verbreitet und wächst vor allem auf kultiviertem Land, also auf Äckern, Feldern und in Gärten, aber auch in Weinbergen sowie auf Ruderalflächen und Schuttplätzen. Bevorzugt besiedelt er lockere, nährstoffreiche, kalkarme, lehmhaltige Böden.

Verwandte Arten

Die Gattung Erdrauch (Fumaria) ist mit etwa 50 Arten vor allem in Südspanien, im Mittelmeerraum, aber auch in Ostafrika verbreitet. In Mitteleuropa und auch in Deutschland kommen neben dem Echten Erdrauch Fumaria officinalis vor:

  • Kleinblütiger Erdrauch (Fumaria parviflora) ein eher seltenes Unkraut auf Äckern, in Gärten und auf Wegen
  • Geschnäbelter Erdrauch (Fumaria rostellata) – in Deutschland bisher nur in Sachsen-Anhalt, er besiedelt Äcker mit Hackfrüchten, Brachflächen und Ödland
  • Dunkler Erdrauch (Fumaria schleicheri) – in Deutschland eher selten, kommt vor allem in Mitteldeutschland vor, bbesiedelt Äcker, Mauern in den Weinbergen und Ödland
  • Blasser Erdrauch (Fumaria vaillantii) – stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist in Mitteleuropa und Deutschland ein Neophyt, der vor allem in Süddeutschland vorkommt. In Schweiz und Österreich ist er häufiger zu finden. Der Blasse Erdrauch besiedelt Acker-Unkrautgesellschaften, Gärten, Wege, Brach- und Schuttflächen.