Wespen können im Garten oder auf der Terrasse lästig werden. Mit einigen einfachen Methoden kann man Wespen wirksam fernhalten. So kann man sich vor Stichen schützen und gleichzeitig die Tiere schonen.
Wespen auf Terrasse und Balkon fernhalten

Man sollte ruhig bleiben, wenn eine Wespe in der Nähe fliegt. Nicht nach ihr schlagen, denn das könnte die Wespe reizen und zum Stechen führen. Auch nicht anpusten, wenn die Wespe auf dem Tisch oder den Möbeln sitzt, da Kohlendioxid im Atem Alarm bei der Wespe auslösen kann.
Essensreste sollte man nicht offen stehen lassen und Getränke immer sorgfältig abdecken. Beim Trinken aus Gläsern oder Tassen ist es wichtig darauf zu achten, dass keine Wespe ins Gefäß gelangt.
Wespen haben einen sehr feinen Geruchssinn, den man nutzen kann, um sie fernzuhalten. Folgende Maßnahmen helfen, dass Wespen das Weite suchen.
- Kaffeepulver: In einer feuerfesten Schale kurz anrösten.
- Ätherische Öle: Zitronen-, Teebaum- oder Nelkenöl mit Wasser verdünnt auf Möbel oder Balkon sprühen.
- Pflanzen: Lavendel im Kübel oder Ringelblumen und Basilikum auf Balkon oder Terrasse aussetzen.
- Duftlampen: Mit ätherischen Ölen auf dem Tisch aufstellen.
- Kupfer: Münzen (1–5 Cent) warm reiben und auf den Tisch legen.
- Zitrone mit Nelken: Eine halbierte Zitrone mit Gewürznelken bestücken.
Beim Einsatz dieser Methoden sollte man darauf achten, die Düfte regelmäßig zu erneuern, damit die Wespen dauerhaft fernbleiben.
Unser Tipp!
Man kann auch überreife oder leicht vergammelte Früchte in die hinterste Ecke des Gartens legen. Die Wespen werden davon angezogen und bleiben von Terrasse und Balkon fern.

Der richtige Umgang mit einem Wespennest

Wenn man ein Wespen-Nest im Garten, unter dem Dach einer Veranda oder im Rollladen- oder Markisenkasten entdeckt, sowie einige umherfliegende Wespen bemerkt, sollte man nicht versuchen, die Wespen zu verscheuchen. Das führt meist nur dazu, dass die Wespen einen Gegenangriff starten und versuchen zu stechen.
Auf keinen Fall sollte man versuchen, das Nest zu zerstören oder an einen anderen Ort zu bringen. Solche Arbeiten gelingen in den seltensten Fällen und sollten einer Fachkraft für Schädlingsbekämpfung überlassen werden. Außerdem ist das Entfernen oder Verlegen von Wespen-Nestern nur in Ausnahmefällen erlaubt und genehmigungspflichtig.
Wespe ist nicht gleich Wespe
In Deutschland gibt es vier Wespenarten, die auf dem Dachboden, der Terrasse oder im Garten auftreten können. Die Vorgehensweise, sie zu vertreiben, sich vor ihnen zu schützen oder gesetzliche Vorschriften zu beachten, hängt von der jeweiligen Art ab. Deshalb stellen wir die vier Wespenarten kurz vor:
Deutsche Wespe (Vespula germanica)

Die Deutsche Wespe ist bis zu 2 cm lang und die häufigste Wespenart in Haus, Garten oder auf der Terrasse. Sie ähnelt einer kleinen Hornisse.
Die Wespen leben in Siedlungen, Gärten und lichten Wäldern. Das überwinternde Weibchen besetzt einen verlassenen Erdbau, baut einige Waben und zieht die erste Generation von Arbeiterinnen auf, die dann den Nestausbau übernehmen. Deutsche Wespen jagen Insekten im Flug, zerkleinern sie zu Kügelchen und füttern damit die Königin und die Larven. Außerdem ernähren sie sich von reifen Früchten im Garten.
Wichtig!
Die Deutsche Wespe steht unter allgemeinem Artenschutz. Sie darf nur gefangen, verletzt oder getötet werden, wenn ein triftiger Grund vorliegt – zum Beispiel eine Allergie gegen Wespengift.
Sächsische Wespe (Vespula saxonica)
Die Sächsische Wespe kommt nicht nur in Sachsen, sondern in ganz Europa vor. Findet man ein Nest im Gartenhaus oder auf dem Dachboden, handelt es sich häufig um diese Art. Sie ernährt sich ähnlich wie die Deutsche Wespe von Insekten und reifen Früchten.
Wichtig!
Auch die Sächsische Wespe steht unter Artenschutz. Das Fangen, Töten oder Zerstören ihres Nests ist ohne triftigen Grund verboten.
Europäische Hornisse (Vespa crabro)

Hornissen sind eher friedlich und stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Ihr Gift kann jedoch besonders für Kinder gefährlich sein.
Das Nest wird an ruhigen, dunklen Orten gebaut – zum Beispiel in Baumhöhlen, auf Dachböden, im Gartenhaus, in großen Vogelnistkästen oder Rollladenkästen. Hornissen jagen andere Insekten, töten sie, beißen den Kopf ab und lecken den Inhalt aus dem Kropf.
Wichtig!
Die Europäische Hornisse steht unter strengem Artenschutz. Sie darf nicht verletzt, getötet oder ihr Nest zerstört werden. Nur geschulte Experten dürfen nach Antrag bei der Naturschutzbehörde ein Nest umsetzen.
Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax)
Siga, Vespa velutina up, CC BY-SA 3.0 Die Asiatische Hornisse stammt aus China und breitet sich in Deutschland zunehmend aus. Sie unterscheidet sich von der Europäischen Hornisse durch ein schwarzes Rückenschild. Die Königin wird maximal 2,4 cm lang, die Nester sind größer als bei der einheimischen Hornisse und können bis zu 2.000 Arbeiterinnen beherbergen. Ein Volk kann insgesamt bis zu 10.000 Tiere umfassen.
Die Nester werden meist in großen Bäumen in etwa 10 m Höhe oder in Häusern gebaut. Die Larven fressen zerkleinerte Beutetiere, darunter auch Honigbienen, während die Arbeiterinnen hauptsächlich Nektar, Baumsaft und Obst zu sich nehmen.
Früher bestand eine Meldepflicht für Sichtungen. Da die Art inzwischen weit verbreitet ist, entfällt diese Pflicht.
Achtung!
Auch wenn die Asiatische Hornisse Bienen gefährdet und für Imker lästig ist, ist eine eigenmächtige Bekämpfung oder Tötung verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.