Tauben im Garten können schnell zur Belastung werden, da sie Lärm verursachen und mit ihrem Kot Pflanzen, Möbel und Wege verschmutzen. Haben sie sich erst einmal niedergelassen, kehren sie oft immer wieder zurück. Umso wichtiger ist es, Tauben frühzeitig zu vertreiben und dauerhaft fernzuhalten.
Wann werden freilebende Tauben lästig?

Wildlebende Straßentauben sind meist sehr unbeliebt. Sie verursachen Lärm und hinterlassen viel Kot auf Terrassen, Balkonen und in Gärten. Der Lärm hält sich oft bis in die Nacht und kann den Schlaf stören.
Der grünlich-weiße Taubenkot ist nicht nur ekelerregend und schwer zu entfernen, besonders wenn er bereits angetrocknet ist. Er kann außerdem zahlreiche Bakterien, Viren, Pilze und andere Krankheitserreger enthalten. Zudem ist Taubenkot säurehaltig. Diese Säure greift Stein- und Holzböden, Wände und andere Oberflächen an und kann sie unansehnlich oder sogar unbrauchbar machen.
Dabei sollten wir jedoch nicht vergessen: Wir Menschen haben die ursprünglichen Felsentauben nach Europa gebracht und sie zu Brieftauben und Rassentauben weitergezüchtet. Viele dieser Tauben sind aus der Zucht oder aus Taubenvereinen entkommen oder wurden freigelassen. Sie verwilderten und wurden zu Straßentauben. Da sie an das Leben in Städten gewöhnt sind und dort leicht Nahrung finden, bleiben sie bis heute im urbanen und häuslichen Umfeld.
Wie kann man Tauben vertreiben?
Wenn sich Tauben erst einmal in unserem direkten Umfeld – auf der Veranda, dem Balkon oder im Garten – niedergelassen haben, ist es oft schwierig, sie wieder zu vertreiben. Am wirksamsten sind aufblitzende Lichter sowie laute Knall- oder Schussgeräusche, deren Geräte mit einem Bewegungsmelder gekoppelt sind.
Deutlich einfacher und weniger aufwendig ist es jedoch, Tauben von Anfang an fernzuhalten.
Wie kann man Tauben fernhalten?

Um Tauben von Balkon, Terrasse oder Garten fernzuhalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Attrappen einsetzen
Täuschend echt aussehende Attrappen von Raubvögeln oder Raben können helfen. Wichtig ist jedoch, dass sich die Attrappe bewegt. Hängen Sie sie zum Beispiel an einer Schnur auf, sodass Wind oder andere Bewegungen sie in Bewegung versetzen. Bleibt sie starr, gewöhnen sich Tauben schnell daran und lassen sich nicht mehr abschrecken.
Licht und Reflexion nutzen
Tauben erschrecken sich vor Lichtblitzen und reflektierenden Flächen. Bewährt haben sich zum Beispiel alte CDs, die an einer Schnur auf Balkon oder Veranda aufgehängt werden.
Geräusche und Bewegung erzeugen
Im Wind flatternde oder klappernde Gegenstände schrecken Tauben ab. Geeignet sind Streifen aus Alufolie, aneinanderschlagende Blechdeckel oder auch Windräder in Pflanztrögen und Blumenkästen. Ebenso können aufgehängte Glocken helfen.
Akustische Abschreckung
Vom Band abgespielte Geräusche wie Hundegebell, Katzenfauchen, Knallgeräusche oder Schreckschüsse wirken besonders effektiv, wenn sie mit einem Bewegungsmelder gekoppelt sind und erst dann ausgelöst werden, wenn eine Taube landen möchte.
Direktes Vertreiben
Sieht man eine Taube im Anflug, klatscht man laut in die Hände. Oft dreht sie dann ab und fliegt weg.
Gerüche einsetzen
Tauben sind sehr geruchsempfindlich und meiden bestimmte Gerüche. Dazu gehören zum Beispiel Zitronenduft, Pfefferminzöl oder Essig. Am Besten legt man frische Zitronenscheiben aus oder füllt kleine Mengen Pfefferminzöl oder Essig in Schälchen und verteilt diese auf Balkon oder Terrasse.
Pflanzen als natürliche Abwehr
Auch bestimmte Pflanzen können helfen. Stauden und Sträucher mit ätherischen Ölen riechen für Tauben unangenehm, etwa Lavendel, Pfefferminze sowie Lauch- und Zwiebelgewächse.

Landeflächen unattraktiv machen
Gespannte Seile oder Netze erschweren den Tauben das Landen.
Wichtig!
Netze oder Seile müssen so angebracht sein, dass sich die Tiere nicht darin verfangen oder verletzen können.
Keine Futterquellen anbieten
Keine Essensreste oder Näpfe mit Hunde- oder Katzenfutter auf dem Balkon oder der Veranda stehen lassen.
Haustiere als Abschreckung
Frei im Garten laufende Hunde oder Katzen wirken ebenfalls abschreckend auf Tauben.
Tierquälerei vermeiden
Im Handel werden leider noch immer Taubenspikes oder stark klebrige Gele angeboten. Diese können zu Verletzungen führen oder das Gefieder der Tauben verkleben, sodass sie qualvoll zugrunde gehen. Solche Methoden gelten als Tierquälerei, sind teilweise verboten und sollten unbedingt vermieden werden.
Eier austauschen
Lässt sich ein Taubenpaar im Garten nieder, um ein Nest zu bauen und zwei Eier zu bebrüten, können diese ausgetauscht werden. Sobald das Nest unbeaufsichtigt ist und beide Elterntiere ausgeflogen sind ersetzt man die Eier durch etwa gleich große Plastikeier. Dadurch wird weiterer Nachwuchs verhindert, ohne den Tieren zu schaden.
Woher stammen unsere Haus-, Stadt- und Straßenhauben?

Die Stammform unserer Haustauben ist die Felsentaube, die in Südeuropa lebt. Sie bewohnt natürliche Felsnischen oder auch Burgruinen, fernab vom städtischen Lebensraum, und nistet dort. In Hohlräumen wie alten, hohlen Baumstämmen brütet sie jedoch nie – im Gegensatz zur Hohltaube.
Aus der Felsentaube gingen unsere Haustauben hervor, die in vielen verschiedenen Rassen und Formen weitergezüchtet wurden, zum Beispiel zu Brieftauben. Ein Teil dieser Haustauben ist entkommen oder freigelassen worden, verwilderte und lebt seit langem als Straßentaube im urbanen Umfeld.
In vielen Verhaltensweisen ähneln Straßentauben noch immer den Felsentauben. Das zeigt sich besonders bei der Balz: Der Tauberich versucht, die weibliche Taube zu beeindrucken, etwa durch einen eleganten Segelflug mit schräg hochgehaltenen Flügeln oder durch auffällige Verbeugungen am Boden mit stolz geschwellter, schillernder Brust. Meist werden zwei Eier gelegt und bebrütet. Beide Elternteile wechseln sich beim Brüten regelmäßig ab, wobei das Männchen häufig die Mittagsstunden übernimmt.
Haustauben sind – ebenso wie ihre Stammform, die Felsentaube – Körner- und Samenfresser. Diese Nahrung finden sie, wenn überhaupt, auf frisch angesäten Feldern und Äckern. In den ersten Lebenstagen werden die Küken mit sogenannter Kropfmilch von den Eltern versorgt, später erhalten sie eingeweichte Samen.