Siebenschläfer sind zwar niedliche Tiere, können im Haus aber schnell zur Belastung werden. Wenn sie nachts lärmen und den Schlaf stören, wünschen sich viele eine sanfte Lösung, um sie wieder nach draußen zu bewegen. Wer Siebenschläfer vertreiben möchte, sollte tierfreundlich vorgehen und die Tiere nicht gefährden.
Anwesenheit vom Siebenschläfer erkennen
Ein Siebenschläfer macht sich vor allem nachts mit Pfotengetrappel, umgeschmissenen Kisten und Kästen sowie Geklirr und Rascheln bemerkbar. Auch die Tiere selbst sind in dieser Zeit alles andere als leise: Sie quieken, pfeifen, zwitschern wie eine Gruppe Singvögel und können sogar mit den Zähnen knirschen. All das kann den übrigen Hausbewohnern – Menschen wie Haustieren – den Schlaf rauben. Das ist auch der Hauptgrund, warum viele die Siebenschläfer wieder loswerden und aus dem Haus vertreiben möchten.

Wie kann man Siebenschläfer vertreiben?
Siebenschläfer sind eigentlich possierliche, liebenswerte und harmlose Kleinsäuger. Dennoch sollte man nicht versuchen, sie direkt zu fangen oder in die Enge zu treiben. Die Tiere können sehr schmerzhaft zubeißen – selbst Arbeitshandschuhe bieten davor keinen zuverlässigen Schutz.
Artenschutz beachten
Siebenschläfer stehen unter strengem Artenschutz. Sie dürfen weder verletzt noch getötet werden. Eine Möglichkeit ist, sie mit einer geeigneten Köderfalle lebend zu fangen und anschließend weit entfernt, zum Beispiel im Wald, wieder auszusetzen.
Siebenschläfer vertreiben statt fangen
Statt die direkte Konfrontation zu suchen, gibt es jedoch eine einfachere und häufig effektivere Methode, um Siebenschläfer loszuwerden: das Vergrämen durch unangenehme Gerüche.
Dazu kann man auf dem Dachboden Stoffe auslegen, die Siebenschläfer meiden, zum Beispiel:
- Mottenkugeln
- WC-Steine
- Möbelpolitur
- andere stark riechende Substanzen
Wichtig ist dabei, den Tieren keine Rückzugs- oder Fluchtwege zu versperren. Die Öffnungen und Spalten, durch die die Siebenschläfer auf den Dachboden gelangen, sollten zunächst offen bleiben, damit sie den unangenehmen Ort selbstständig verlassen können.
Siebenschläfer davon abhalten, auf den Dachboden zu kommen

Um zu verhindern, dass Siebenschläfer überhaupt auf den Dachboden kommen, sollte man ihnen alle Kletter- und Zugangsmöglichkeiten nehmen. Man kann zum Beispiel Kletterpflanzen, die an der Hauswand emporranken, stark zurückschneiden.
Zusätzlich sollte man alle Einschlupflöcher, Spalten und Ritzen sorgfältig abdichten sowie Fenster und Türen geschlossen halten. Auf dem Dachboden selbst können erneut Mottenkugeln oder andere für Siebenschläfer unangenehm riechende Substanzen ausgelegt werden, um den Bereich dauerhaft unattraktiv zu machen.
So kommen Siebenschläfer unbemerkt ins Haus

Wenn sich Siebenschläfer auf dem Dachboden oder in einer Gartenhütte eingenistet haben, bekommt man davon oft lange nichts mit. Sie halten rund sieben Monate Winterschlaf, von Ende Oktober bis Mai, und sind auch in den übrigen Monaten nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie fast immer.
Manche bezeichnen Siebenschläfer als die „Nachtversion“ der Eichhörnchen. Das passt zwar zu ihrem Verhalten, verwandt sind die Tiere jedoch nicht miteinander.
Tagsüber bemerkt man Siebenschläfer kaum, nachts sind sie dafür umso aktiver – besonders nach dem langen Winterschlaf. Dann müssen sie fressen, um verlorenes Gewicht aufzuholen, sich paaren und ihre Jungen säugen und aufziehen. Vor allem nachts kann es auf dem Dachboden deshalb recht lebhaft zugehen.
Siebenschläfer sind sehr gute Kletterer. Mit ihren Krallen finden sie Halt an rauen, rissigen oder zerfaserten Holzlatten und Wänden. So suchen sie nach Schlupflöchern ins Haus, etwa nach gekippten Fenstern, offenen Dachluken oder Spalten zwischen Balken und Dachziegeln. Dabei bewegen sie sich sehr schnell, legen aber immer wieder kurze Pausen ein, um den nächsten Schritt abzusichern.
Wenn Klettern nicht ausreicht, kann man Siebenschläfer auch springen sehen – sogar bis zu drei Meter weit. Nach der Landung finden sie dank ihrer scharfen Krallen sofort wieder Halt. Ihre leicht klebrigen Fußballen sorgen außerdem dafür, dass sie selbst auf glatten Flächen genügend Halt haben und nicht abstürzen.
Informationen zum Siebenschläfer
Siebenschläfer bilden zusammen mit der Haselmaus, dem Gartenschläfer und dem selteneren Baumschläfer die Familie der Bilche.
Ein ausgewachsener Siebenschläfer erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 18 cm, der Schwanz ist etwa 12 bis 15 cm lang. Damit bleibt man deutlich unter der Größe eines Eichhörnchens, auch das Gewicht ist mit durchschnittlich rund 185 g geringer. Frisst sich ein Siebenschläfer im Herbst genügend Winterspeck an, kann er jedoch auch bis zu 270 g wiegen.
Während des etwa siebenmonatigen Winterschlafs verliert man bis zu 50 Prozent dieses Körpergewichts. Der Herzschlag sinkt dabei von etwa 450 auf nur noch rund 35 Schläge pro Minute bei einer Lufttemperatur von 1 Grad Celsius. Auch die Atmung kann für bis zu eine Stunde aussetzen. Das verringert die Überlebenschancen von Jungtieren deutlich, wenn sie erst spät im Herbst geboren wurden.
Um sich bis zum Herbst ausreichend Fettreserven anzufressen, ist ein Siebenschläfer nicht besonders wählerisch. Bis zum Sommer ernährt er sich vor allem von Pflanzenknospen und Baumrinde. Im Spätsommer und Herbst stellt er die Nahrung auf fettreichere Kost um, etwa Hasel- und andere Nüsse, Eicheln oder Bucheckern. Reicht das nicht aus, frisst er auch größere Insekten oder erbeutet gelegentlich einen Jungvogel.
Wenn der Siebenschläfer im Mai oder Juni langsam aus dem Winterschlaf erwacht, dauert es bis zu vier Wochen, bis auch der Fortpflanzungstrieb wieder einsetzt. Dieser hält dann bis etwa Ende August an. Nach einer Tragzeit von rund einem Monat bringt das Weibchen meist vier bis sechs Junge zur Welt, in seltenen Fällen sogar bis zu elf.
Während der Aufzucht der Jungtiere bleibt das Weibchen auch tagsüber im Versteck, etwa auf dem Dachboden. Sobald die Jungtiere anfangen herumzutollen, kann es dort deutlich lauter werden.
Wichtig!
In dieser Zeit sollte man die Siebenschläfer unbedingt in Ruhe lassen, denn sie stehen unter Artenschutz. Außerhalb der Aufzuchtzeit kann man jedoch versuchen, sie zu vergrämen und zu vertreiben.