Familiengarten Tipps
Das Foto zeigt eine Ratte im Blätterhaufen

Ratten im Garten wirksam bekämpfen oder vertreiben

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Ratten im Garten können Pflanzen beschädigen, Müll durchwühlen und Krankheiten übertragen. Sie vermehren sich schnell und sind schwer zu kontrollieren. Frühzeitige Maßnahmen helfen, Ratten zu bekämpfen und Schäden zu vermeiden.

Rattenspuren im Garten

Das Foto zeigt eine Ratte mit Fressen

Ratten sind meist dämmerungs- und nachtaktiv, sodass man sie selten direkt zu Gesicht bekommt. Sie hinterlassen jedoch deutliche Spuren:

  • Kot: Rattenkot ist 1 bis 2 cm lang, dunkel gefärbt und spindelförmig. Frischer Kot glänzt, älterer wird grau und bröckelig.
  • Benagte Pflanzen und Holz: Ratten hinterlassen auffällige Kerben in einem Abstand von etwa 4 cm.
  • Schleifspuren: Beim Laufen schleifen sie oft ihren Schwanz hinter sich her, was sichtbare Spuren hinterlässt.
  • Löcher und Baue: Erdlöcher und Eingänge zu Rattenbauen haben einen Durchmesser von etwa 6 bis 9 cm.
  • Laufwege: Häufig genutzte Wege sind deutlich erkennbar und riechen streng nach Ammoniak.
  • Geräusche und Sichtungen: Gelegentlich verraten sich Ratten durch Quieken oder Rascheln im Laub. In der Abenddämmerung kann man sie manchmal auch direkt beobachten.

Ratten im Garten bekämpfen

Ratten stehen nicht unter gesetzlichem Artenschutz und dürfen daher bekämpft oder getötet werden. Dabei sollte sichergestellt werden, dass die Tiere nicht qualvoll verenden.

Typen von Rattenfallen

Das Foto zeigt eine Lebendfalle mit einer Ratte

Man kann Ratten mit folgenden Rattenfallen bekämpfen:

  • Schlagfallen: Diese Fallen werden mit einem Köder bestückt und töten die Ratte sofort.
  • Lebendfallen: Hiermit kann eine Ratte ohne Verletzungen gefangen werden. Mit größeren Lebendfallen lassen sich sogar Bisamratten fangen und weit entfernt in ein Gewässer entlassen.

Giftköder

Rattengift darf nicht frei im Garten oder am Eingang eines Rattenbaus ausgelegt werden. Es muss in speziellen Köderboxen platziert werden, um andere Tiere, Haustiere oder Kinder vor Vergiftungen zu schützen. Die Boxen werden am besten an stark frequentierten Laufwegen der Ratten oder direkt am Bau aufgestellt.

Seit 2013 gelten für Privatpersonen strengere Regeln beim Umgang mit Rattengiften, meist mit dem Wirkstoff Warfarin. Stärkere Wirkstoffe wie Brodifacoum oder Difenacoum dürfen nur von professionellen Schädlingsbekämpfern verwendet werden.

Beim Umgang mit Rattengift sollte man immer Einweghandschuhe tragen. So schützen Sie sich und vermeiden, dass Ratten den Köder wegen menschlichem Geruch meiden, da ihr Geruchssinn sehr gut entwickelt ist.

Egal welche Falle man nutzt, man sollte sie möglichst täglich kontrollieren. Tote Ratten sollte man sofort entfernen, um Sekundärinfektionen durch Aasfresser zu verhindern.

So kommen keine Ratten in den Garten

Das Foto zeigt eine Ratte

Garten für Ratten unattraktiv machen

Um Haus- und Wanderratten fernzuhalten, sollten Sie den Garten möglichst unattraktiv für die Tiere gestalten:

  • Futterquellen sichern: Futternäpfe für Hund oder Katze nicht über Nacht offen stehen lassen. Essensreste und Küchenabfälle in verschließbaren Behältern lagern, die Ratten nicht öffnen können.
  • Kompost kontrollieren: Speisereste oder Fleischabfälle nur in geschlossenen Kompostern entsorgen. Fallobst und heruntergefallene Nüsse regelmäßig aufsammeln.
  • Futterhäuschen sichern: Vogel-Futterhäuschen so aufhängen, dass Ratten sie nicht erreichen können.

Ordnung und Schutz im Garten

  • Holzstapel, Schnittgut und anderes Material nicht unkontrolliert liegen lassen.
  • Zu dichtes Gestrüpp auslichten oder zurückschneiden.
  • Gartenhaus und Geräteschuppen über Nacht schließen; Ritzen und Spalten abdichten.

Abschreckende Gerüche und Pflanzen

  • Ratten meiden starke Gerüche wie Terpentin, Essig oder Nelkenöl. Ein mit diesen Essenzen getränkter Lappen in der Nähe eines Baues kann helfen.
  • Bestimmte Pflanzen wirken als natürliche Abwehr: Knoblauch, Pfefferminze, Lavendel, Kreuzblättrige Wolfsmilch und Narzissen schrecken Ratten durch ihren intensiven Geruch ab.

Welche Ratten-Arten kommen in unseren Gärten vor?

Das Foto zeigt die Nahaufnahme einer Ratte

In Gärten Mitteleuropas können vor allem die Wanderratte und die Hausratte auftreten. Liegt der Garten am Ufer eines Baches oder Flusses dann muss man auch mit Bisamratten rechnen.

Wanderratte (Rattus norvegicus)

Das Foto zeigt eine Wanderratte

Die Wanderratte ist die häufigste Rattenart im Garten und lebt meist in unterirdischen Bauten. Ursprünglich stammt sie aus Nordostasien, wurde aber durch den Menschen weltweit verbreitet.

  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge bis 28 cm, Schwanz 17–23 cm, Gewicht bis 580 g – deutlich größer und schwerer als die Hausratte.
  • Aussehen: Grau-braunes bis rötlich-braunes Fell, stumpfe Schnauze, kurze Ohren.
  • Verhalten: Nahrungssuche meist in der Dämmerung, Bau mit Wohnkammer, ausgepolstert mit Laub, Pflanzenfasern, Papier oder Wolle.
  • Fortpflanzung: Ganzjährig möglich, Weibchen bekommen durchschnittlich 7–11 Junge pro Wurf.

Hausratte (Rattus rattus)

Das Foto zeigt Hausratten

Hausratten leben überwiegend in Gebäuden, z. B. auf Dachböden, in Geräteschuppen oder Gartenhütten.

  • Herkunft: Ursprünglich aus Indien, über Afrika nach Europa verbreitet.
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 15–23 cm, Schwanz 17–25 cm – kleiner als Wanderratten.
  • Verhalten: Bewegt sich auf festen Wechseln, markiert diese mit Geruch, baut Nester in Innenräumen aus Papier, Pflanzenfasern oder Wolle. Errichtet keine eigenen Erdbauten.
  • Ernährung: Allesfresser, frisst Vorräte, Obst- und Gemüseabfälle, Vogelfutter, Kompostreste, Insekten, Schnecken und Aas.

Bisamratte (Ondatra zibethicus)

Das Foto zeigt eine Bisamratte

Die Bisamratte lebt überwiegend im Wasser, wirkt an Land plump und legt ihre Bauten in langen Röhren in Uferböschungen oder Dämmen an, oft mit unter Wasser liegendem Eingang.

  • Gartenrelevanz: Taucht nur auf, wenn der Garten an ein Fließgewässer grenzt. Kann Beete umgraben und im Gartenteich nach Fressbarem suchen. Außerdem potentieller Überträger von Fuchsbandwurm und anderen Krankheiten. Deshalb ist auch bei ihr eine Bekämpfung oder Vertreibung notwendig.
  • Ernährung: Vor allem Wasser- und Riedpflanzen.
  • Fortpflanzung: April bis Oktober, Tragzeit 4 Wochen, 4–9 Junge pro Wurf.