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Das Foto zeigt einen Rotfuchskopf von hinten

Fuchs vertreiben - Hausmittel und rechtliche Grenzen im Überblick

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Füchse im Garten können Beete zerstören, Kaninchen oder Hühner jagen und Müll durchsuchen. Sie sind meist nachtaktiv und sehr scheu. Mit gezielten Maßnahmen lässt sich ein Fuchs schonend vertreiben und dauerhaft fernhalten.

Fuchs im Garten erkennen

Selten bekommt man einen Fuchs direkt zu Gesicht. Tagsüber schläft er in einem sicheren Versteck, nachts ist er auf Nahrungssuche unterwegs. Es gibt jedoch eindeutige Spuren, die zeigen, dass ein Fuchs im Garten war oder noch ist.

Fuchs-Kot

Der Kot eines Fuchses ist etwa 8 cm lang, 2 cm breit und an beiden Enden spitz zulaufend. Oft sind darin Nahrungsreste wie Tierhaare, Fell oder Vogelfedern sichtbar.

Achtung!

Fuchs-Kot kann Eier oder Larven des Fuchsbandwurms enthalten.

Eier und Larven vom Fuchsbandwurm sind für Füchse und Haustiere meist harmlos, für den Menschen jedoch gefährlich, da sich der Wurm in der Leber einnisten kann. Kot oder andere Spuren daher niemals mit bloßen Händen berühren, sondern Einweghandschuhe verwenden.

Fressreste und andere Spuren

Fuchsbeute hinterlässt mancherorts Haarbüschel, Federn oder Reste von durchwühltem Kompost und Biomüll.

Reviermarkierungen

Mit Kot und Urin markiert der Fuchs sein Revier. Dabei wählt er häufig erhöhte Stellen wie Felsen oder Baumstümpfe.

Geräusche

Füchse sind normalerweise sehr leise, können aber bellen, heulen oder während der Ranzzeit laute Geräusche machen, um Rivalen zu vertreiben. Bei sehr ruhiger Umgebung lassen sich auch die Laute der Jungtiere im Bau hören, wie Quieken oder Winseln.

Methoden zur Vertreibung von Füchsen

Das Foto zeigt einen Rotfuchs auf der Wiese

Es gibt verschiedene Methoden, den Fuchs aus dem Garten zu vertreiben.

Füchse mit Gerüchen vertreiben

Füchse haben einen sehr feinen Geruchssinn und meiden unangenehme Gerüche. Im Gartenfachhandel gibt es heute spezielle Produkte, die gezielt entwickelt wurden, um Füchse, Waschbären oder Marder zu vertreiben. Alte Hausmittel sind meist weniger zuverlässig.

Ultraschall- und Wasserstrahlgeräte

Auch Töne können Füchse vertreiben. Ultraschall-Tiervertreiber senden hochfrequente Signale aus, die für Menschen unhörbar, für Füchse aber unangenehm sind. Wird das Gerät mit einem Bewegungsmelder gekoppelt, spart man Energie und verstärkt die Wirkung.

Ähnlich wirken Wasserstrahl-Tiervertreiber: Sobald der Bewegungsmelder einen Fuchs registriert, spritzt ein scharfer Wasserstrahl und vertreibt das Tier zuverlässig.

Physische Barrieren

Matten mit Dornen auf Beeten oder unter Gartenhäuschen hindern Füchse daran, zu graben und den Boden zu durchwühlen. Ein Niedervoltzaun um den Gartenteich kann Füchse, Waschbären oder Katzen daran hindern, Frösche oder Fische zu fangen.

Licht- und Lärmabschreckung

Plötzlich aufblitzende Lichtstrahlen, gekoppelt mit Bewegungsmeldern, können Füchse in die Flucht schlagen. Auch stark frequentierte Gärten mit spielenden Kindern, lauter Gartenarbeit oder häufigem Hacken und Umgraben wirken abschreckend, da Füchse den direkten Kontakt mit Menschen meiden.

Artenschutz beachten

Wichtig!

Füchse stehen unter gesetzlichem Artenschutz. Sie dürfen nur in Ausnahmefällen bejagt werden. Besonders eine Füchsin mit Nachwuchs im Bau darf nicht gestört oder vertrieben werden.

Rotfuchs

Das Foto zeigt ein Fuchsbaby

In Mitteleuropa ist der Rotfuchs (Vulpes vulpes) die einzige vorkommende Fuchsart. Er ist sehr anpassungsfähig, was seinen Lebensraum betrifft: Einige Füchse bleiben das ganze Jahr in abgelegenen Waldgebieten, andere ziehen urbane Bereiche wie Schrebergärten oder öffentliche Parks vor. Sogar in Sanddünen an der Küste ist der Rotfuchs gelegentlich anzutreffen.

Früher wurde der Rotfuchs als Tollwut-Überträger bekämpft. Dank der Schluckimpfungen mit antiviral präparierten Hühnerköpfen und seiner hohen Fortpflanzungsrate haben sich die Bestände jedoch schnell erholt.

Lebensweise und Revier

Außerhalb der Paarungszeit im Januar und Februar ist der Rotfuchs ein dämmerungs- und nachtaktiver Einzelgänger – im Gegensatz zu vielen anderen hundeartigen Raubtieren. In einer Nacht kann er mehrere Kilometer zurücklegen, sein Revier umfasst meist 5 bis 25 km².

Der Fuchsbau

Der Mittelpunkt seines Reviers ist der Fuchsbau. Häufig übernimmt er einen verlassenen Dachsbau, manchmal lebt er sogar gemeinsam mit einer Dachsfamilie, da die weitläufigen Gänge genug Platz für beide bieten. Fehlt ein solcher Bau, muss sich der Fuchs selbst eine Höhle graben. Diese besteht aus einer Hauptröhre und kleineren Fluchtröhren, ist aber deutlich kleiner als ein Dachsbau, da Füchse nicht über die kräftigen, scharfen Krallen eines Dachses verfügen und nur weichen Boden effektiv ausheben können.