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Das Foto zeigt eine Feldmaus, die an einer Knolle frisst

Feldmäuse aus dem Hochbeet vertreiben – Die besten Methoden ohne Gift

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Feldmäuse können in Hochbeeten großen Schaden anrichten, indem sie Pflanzenwurzeln und Setzlinge fressen. Viele Gärtner suchen deshalb nach wirksamen Methoden, um die Nager loszuwerden. Feldmäuse kann man schonend aus dem Hochbeet vertreiben, oder mit einer Falle fangen.

Fraß-Schäden von Feldmäusen erkennen

Das Foto zeigt eien Maus die an einer Knolle frisst

Da Feldmäuse nicht die Blätter oder Stängel der Gemüsepflanzen fressen, sondern die Wurzeln annagen, bemerkt man den Schaden im Hochbeet oft erst spät.

Spätestens wenn die Blätter von Gemüse oder Salat schlaff herunterhängen und sich auch nach intensivem Gießen nicht mehr aufrichten, sollte man die Pflanze vorsichtig an der Basis fassen. Unter leichtem Drehen und Lockern lässt sie sich aus dem Boden ziehen oder – bei Gemüse mit langen Pfahlwurzeln – ausgraben. Dann erkennt man den Schaden: Die Wurzeln sind angenagt und die Wasseraufnahme gestört. Sobald man die Ursache entdeckt, zum Beispiel wenn ein oder zwei Pflanzen hängen, kann man die übrigen noch gesunden Pflanzen retten.

Auch Maus-Gänge dicht unter der Substratoberfläche deuten darauf hin, dass Wühlmäuse im Hochbeet aktiv sind.

Wie kann man Feldmäuse aus dem Hochbeet vertreiben?

Das Foto zeigt eine Maus die eine Eichel frisst

Man kann eine Wühlmausfalle mit Köder – etwa Karotte oder Steckrübe – am Eingang eines Ganges aufstellen. Das kann eine Schlagfalle sein, die die Wühlmaus sofort tötet, oder, wer tierfreundlich vorgeht, eine Lebendfalle, um die Maus weit entfernt im Wald wieder auszusetzen – nicht in Nachbars Garten oder in unmittelbarer Nähe zum eigenen Grundstück. Man kann aber auch versuchen, die Feldmäuse aus dem Hochbeet wieder zu vertreiben, indem man:

  • die Gänge der Feldmäuse, deren unterirdischer Verlauf man leicht an der aufgewölbten Erde erkennen kann, regelmäßig verwühlt.
  • frische Knoblauchzehen gleichmäßig im Hochbeet verteilt und in den Boden steckt
  • Repellent-Pflanzen, vor allem Zwiebelgewächse oder Lauch, zwischen das Gemüse setzt. Der intensive Geruch der ätherischen Öle stört die Wühlmäuse so sehr, dass sie fliehen – meist auf demselben Weg, über den sie ins Hochbeet gelangt sind.
  • wenn das Hochbeet an einem windigen Platz steht, 20–30 cm über dem Beet Schnüre spannt und daran Streifen aus Aluminium oder dünnem Blech befestigt. Das Aneinanderschlagen bei Wind erzeugt Geräusche, die Feldmäuse nicht mögen.
  • dunkle Brummtöne einsetzt. Diese entstehen, wenn der Wind über die Öffnungen schräg in den Boden eingegrabener Weinflaschen streicht. Das wirkt abschreckend auf die Nager.

So kann man Feldmäuse vom Hochbeet fernhalten

Das Foto zeigt eine Feldmaus

Die Erfahrung zeigt: Ein unter dem Hochbeet angebrachtes Wühlmausgitter allein reicht oft nicht aus, um die Nager fernzuhalten. Es gibt jedoch mindestens zwei Repellent-Pflanzen, die sich über viele Jahre in der Praxis als besonders wirksam erwiesen haben:

Kreuzblättrige Wolfsmilch (Euphorbia lathyris)

Auch als „Springmaus-Wolfsmilch“ genannt, besitzt die Pflanze sogenannte „Springfrüchte“ oder Ausbreitungsknospen, die hoch über dem Boden liegen. Über ihre Wurzeln scheidet die zweijährige Wolfsmilch giftige Geruchsstoffe aus, die Wühlmäuse im Umkreis von 4–5 m zuverlässig vertreiben.

Pflanztipp

Je eine Pflanze etwa 50 cm vor jeder der beiden schmalen Seiten des Hochbeets setzen. So nähert sich keine Wühlmaus dem Hochbeet und versucht auch nicht, sich darunter einzugraben.

Achtung!

Wie viele Euphorbia-Arten ist die Kreuzblättrige Wolfsmilch für Menschen giftig. Beim Pflanzen und Pflegen unbedingt Gartenhandschuhe tragen.

Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Das Foto zeigt die Große Kapuzinerkresse

Die Große Kapuzinerkresse verströmt Duftstoffe aus Blüten und Früchten, die Wühlmäuse als unangenehm empfinden. Dadurch meiden sie das Hochbeet und klettern nicht hinauf.

Es gibt zwei Wuchsformen der Kapuzinerkresse: eine flach-polsternde und eine kletternde Form, die bis zu 2 m lange Ranken bildet.

Die Große Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus den Tropen, lässt sich aber auch in Mitteleuropa problemlos kultivieren. Bei uns ist sie nicht frosthart und nur einjährig: Man muss sie jedes Jahr im Frühjahr unter Glas aus den Samen vorkultivieren und dann erst nach den Eisheilgen ins Hochbeet ausgepflanzen.

Pflanztipp

Die kletternde Form dicht am Innenrand des Hochbeets setzen. Die Ranken hängen dann mit den leuchtend orange-roten Blüten über die Außenwand des Hochbeets. Der Duft von Blüten und Früchten vertreibt die Wühlmäuse zuverlässig und hindert sie am Hochklettern.

Wühlmäuse vom Holz-Komposter fernhalten

Das Foto zeigt eine Maus zwischen Ästen

Immer häufiger werden in Gärten statt aufwendiger Hochbeete Holz-Komposter angelegt. Sie sind nicht nur preiswert, sondern auch schnell aufgebaut: Die einzelnen Holzlatten werden zusammengesteckt, zwischen ihnen bleibt ein Abstand von etwa 4 cm.

So bekommen die im Laufe des Jahres eingefüllten Grünabfälle genügend Luft und verrotten vergleichsweise schnell. Zum Frühjahrsende kann man die Komposterde zum Beispiel unter Glas für vorgezogene Gurken- oder Kürbisgewächse nutzen, die innerhalb weniger Wochen reife Zucchini, Hokkaido-Kürbis oder Gurken hervorbringen.

Allerdings stehen diese Feldfrüchte auch bei Feldmäusen hoch im Kurs – und in einem Holz-Komposter gelangen die Wühlmäuse ungehindert und schnell nach oben. Unsere langjährige Erfahrung zeigt jedoch: Kapuzinerkresse mit ihren Ranken und Kreuzblättrige Wolfsmilch halten die Wühlmäuse auch hier zuverlässig fern.

Das optimale Wühlmausgitter

Das Wühlmausgitter sollte aus rostfreiem Edelstahl bestehen und eine zweilagige, feuerverzinkte, punktgeschweißte Rohrstruktur mit verschlüsseltem Strick haben. Die Maschenweite sollte deutlich unter 1 cm liegen.

Das Gitter wird etwa 30 cm tief im Erdreich verlegt, da Wühlmausgänge in der Regel 20–25 cm tief verlaufen. Die Grundfläche des Gitters sollte auf allen Seiten mindestens 3 cm größer als die Grundfläche des Hochbeets sein. Anschließend wird das Gitter ringsum 3 cm hochgebogen und an den Innenwänden festgeschraubt. Nur bei sorgfältiger und lückenloser Montage ist sichergestellt, dass Feldmäuse und andere Wühlmäuse nicht von unten ins Hochbeet eindringen können.

Alternativ könnte man ein Hochbeet auch mit einem Betonboden anlegen. Dabei besteht jedoch die Gefahr von Staunässe, da Regen- und Gießwasser nicht abfließen können, was zum Fäulen der Pflanzen führt – außer man baut eine aufwendige Dränage ins Hochbeet ein.

So kommen Feldmäuse trotz engmaschigem Wülhlmausgitter ins Hochbeet

Feldmäuse bewegen sich am liebsten gut geschützt in ihren unterirdischen Gängen. Wenn es jedoch nötig ist, können sie auch klettern – zum Beispiel, um trotz eines Wühlmausgitters unter dem Hochbeet ins Beet zu gelangen.

Ein stabiles Hochbeet aus waagerechten oder senkrecht montierten Rundhölzern lädt Feldmäuse geradezu zum Hochklettern ein – ebenso wie Natursteinmauern. Selbst wenn die Holzbretter säge-rau statt gehobelt und geglättet sind, können die Nager dank der rauen Oberfläche hinaufsteigen.

Ob ein Schneckenzaun aus verzinktem Blech mit umgeknickter, scharfer Kante eine Feldmaus abhalten kann, ist fraglich. Die Alternative sind Hochbeete aus glatten Plastik- oder Aluminiumwänden – aber die sehen viele Gärtner nicht so gern.

Informationen zur Feldmaus

Das Foto zeigt eine Feldmaus in Getreide

Die Feldmaus ist in Mitteleuropa nicht nur die häufigste Wühlmausart, sie gehört sogar zu den am weitesten verbreiteten wildlebenden Säugetieren – auch in unseren Gärten. Man bemerkt sie jedoch oft erst spät, denn Feldmäuse sind nachtaktiv und legen dicht unter der Bodenoberfläche lange Gänge an. Diese dienen vor allem dazu, an ihre Hauptnahrung zu gelangen: die Wurzeln von Gemüse und anderen Nutzpflanzen. Außerdem nutzen sie die Gänge als Fluchtwege vor Feinden.

Feldmäuse haben einen gedrungenen Körperbau. Rumpf und Schwanz zusammen messen maximal 13 bis 14 cm, der Schwanz selbst ist nur etwa 4 cm lang. Die Ohren liegen eng am Kopf an, die Fellfarbe kann je nach Region und Alter sehr unterschiedlich sein.

Feldmäuse sind sehr fruchtbar. Weibchen werden bereits nach etwa 20 Tagen geschlechtsreif und können reichlich Nachwuchs bekommen. Nach einer Tragzeit von etwa drei Wochen bringt ein Weibchen 4 bis 12 Junge zur Welt – und das bis zu siebenmal im Jahr. Alle drei bis vier Jahre kann es zu einer Massenvermehrung kommen, bei der die Besiedlungsdichte auf landwirtschaftlichen Flächen über 1000 Tiere pro Hektar beträgt. In Gärten mit ihrem abwechslungsreichen Angebot an Nutzpflanzen dürften ähnliche Zahlen erreicht werden.