Auch wenn man ihn selten zu Gesicht bekommt, kann ein Dachs im Garten erhebliche Schäden verursachen. Daher ist es wichtig, sowohl die Schäden als auch seine Spuren zu erkennen, um sicher festzustellen, dass ein Dachs dafür verantwortlich ist, und ihn anschließend aus dem Garten zu vertreiben.
Wichtig!
Da der Dachs als größtes einheimisches Mardertier unter Artenschutz steht, darf er weder getötet noch verletzt werden. Er sollte stets möglichst schonend vergrämt und vertrieben werden.
Woran erkennt man, dass ein Dachs im Garten sein muss?

Der Dachs ist nachtaktiv und tagsüber kaum im Garten zu sehen. Dennoch hinterlässt er deutliche Spuren, die auf seine Anwesenheit hinweisen und ihn von Fuchs, Waschbär oder Steinmarder unterscheiden.
Typische Schäden im Garten durch Dachse:
- Zerrwühlter Boden
- Bis zu 10 cm tiefe Löcher in Beeten und Rasen
- Kratzspuren an Baumrinde
- Oft ein meterlanger Dachsbau mit trichterförmigen Eingängen, mehreren Höhlen und Wohnkesseln für die Jungen. Das Tunnelsystem kann bis zu 5 m tief in den Boden reichen.
Dachse sind grundsätzlich friedlich und dulden manchmal sogar Füchse als „Untermieter“ in ihren Bauen. Dadurch kann es jedoch zu Bodeneinstürzen oder Erdrutschen im Garten kommen.
Ein typisches Erkennungszeichen: der Dachs-Kot.
Der Dachskot sollte niemals mit bloßen Händen berührt werden, da er Krankheitserreger (z. B. Staupe, Rindertuberkulose) und Parasiten (Zecken, Flöhe, Milben) enthalten kann. Dachse setzen Kot und Urin meist in kleine Bodenvertiefungen ab. Der Kot hat eine zylinder- bis wurstartige Form und enthält oft Nahrungsspuren wie Samen, Obstkerne, Knochen oder Überreste kleiner Tiere.
Wichtig!
Den Kot immer sorgfältig entfernen: Am besten in einer gut verschlossenen Tüte im Restmüll, damit keine Krankheitsgefahr für Menschen oder Haustiere entsteht.
Dachse vergrämen und aus dem Garten vertreiben

Dachse sind nachtaktive Tiere und orientieren sich im Dunkeln vor allem über ihren sehr guten Geruchssinn. Es gibt daher eine Reihe von Gerüchen, die Dachse als unangenehm empfinden und mit denen man sie vergrämen kann. Dazu gehören Pfeffer und andere stark riechende Gewürze, aber auch ausgestreutes Hundehaar. Ein frei im Garten umherlaufender Hund vertreibt einen Dachs zuverlässig.
Dachse sind von Natur aus scheu und greifen Menschen oder Haustiere nicht an. Sie ziehen sich zurück, sobald sie gestört werden. Dennoch sollte man dafür sorgen, dass ein Dachs den Garten dauerhaft verlässt – jedoch ohne ihn einzufangen oder zu verletzen. Dachse sind in Mitteleuropa selten geworden und stehen unter strengem Artenschutz.
Informationen zum Dachs

Die Kopf-Rumpf-Länge eines männlichen Dachses beträgt durchschnittlich 75 cm, beim Weibchen etwa 72 cm. Hinzu kommt ein Schwanz von rund 15 cm Länge. Ein ausgewachsener Dachs wiegt im Sommer durchschnittlich 17 kg, im Winter kann das Gewicht auf etwa 6,5 kg sinken. Typisch für alle einheimischen Dachse ist die markante schwarz-weiße Zeichnung am Kopf. Hals und Beine sind schwarz, der Rücken grau und lang behaart.
Eigentlich ist der Dachs ein Waldbewohner, er fühlt sich aber auch in Gärten oder Parkanlagen wohl, sofern er dort einen Erdbau anlegen und ausreichend Nahrung finden kann. Dachse ernähren sich vor allem von Regenwürmern, ihrer Lieblingsspeise, sowie von Engerlingen, Schnecken, Insekten und am Boden nistenden Jungvögeln. Pflanzliche Kost wie Salat, Fallobst, Samen, Nüsse, Früchte und Wurzelknollen wird ebenfalls gefressen, die sie mit ihren langen, scharfen Krallen ausgraben.
Obwohl Dachse zu den marderartigen Raubtieren gehören, sind sie keine aktiven Jäger. Sie stöbern ihre Nahrung eher zufällig auf, sind wenig wählerisch und haben daher ein sehr großes Nahrungsspektrum.
Dachse können das ganze Jahr über Nachwuchs bekommen, die Hauptpaarungszeit liegt jedoch zwischen Februar/März und April/Mai. Die Tragzeit ist ungewöhnlich lang: Die bis zu vier Jungen werden erst gegen Ende des Winters geboren. Sie werden von der Mutter drei Monate gestillt, davon die ersten acht Wochen meist ständig im Erdbau. Nach der Entwöhnung füttert die Mutter die Jungen noch eine Zeit lang mit vorverdauter Nahrung. Die Jungtiere bleiben mindestens bis zum Herbst bei der Mutter, oft auch über den ersten Winter. Bei guter Versorgung können Dachse bis zu 15 Jahre alt werden.
Schon gewusst?
Im Gegensatz zum Rotfuchs spielte der Dachs als Überträger der Tollwut keine bedeutende Rolle und wurde deshalb kaum bejagt.