Bambus wächst sehr schnell. Bei der Photosynthese nehmen Pflanzen Kohlendioxid (CO₂) aus der Luft auf und produzieren dabei Sauerstoff. Dabei wird das CO₂ im Bambus gespeichert. Deshalb kann Bambus auch als CO₂-Speicher gesehen werden.
Photosynthese beim Bambus

Alle Pflanzen, auch die vielen Bambus-Arten und -Sorten, produzieren als Nebenprodukt ihrer Photosynthese Sauerstoff. Um die Photosynthese betreiben zu können, verwenden sie neben Wasser und der Energie des Sonnenlichtes Kohlendioxid (CO2), welches sie aus den Luft entnehmen und zwar nach folgender Formel:
6 CO₂ + 12 H₂O + Photone ➔ C₆H₁₂O₆ + 6 O₂ + 6 H₂O
(Kohlendioxid + Wasser + Lichtenergie ➔ Glukose + Sauerstoff + Wasser)
Beim Wachstum bindet Bambus Kohlendioxid in Form von Glukose. Der steigende CO₂-Gehalt in der Luft ist eine Hauptursache für den Klimawandel. Bambus nimmt aber so viel CO₂ auf, dass er als Klimasenke helfen kann. Deshalb sollte er öfter gepflanzt werden. Bambus ist also ein wichtiger CO₂-Speicher.
Wichtig!
Allerdings gibt Bambus das gespeicherte CO₂ wieder frei, wenn er alt wird und stirbt.
Es sei denn, man erntet den Bambus rechtzeitig und stellt aus dem Bambus-Material ein nachhaltiges Produkt für den Einsatz in Haus und Garten her. Vieles spricht dafür, dass Bambus tatsächlich einen sehr wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann!
Bambus gehört zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt. Er produziert viel Sauerstoff und entzieht der Luft große Mengen CO₂, das er als Kohlenstoff im Pflanzenkörper speichert.
Als Ersatz für Holz schützt Bambus besonders wertvolle Tropenwälder. Er lässt sich einfach ernten und zu nachhaltigen Produkten wie Möbeln, Papier oder Baumaterial verarbeiten. Wird das CO₂ in diesen Produkten dauerhaft gebunden, hilft das dem Klima. Am Ende ihrer Lebensdauer können viele Bambusprodukte recycelt oder weiterverwendet werden.

Bambus stabilisiert Böden und schützt Hänge vor Erosion, etwa in Gebirgsregionen. In Asien werden Bambuswälder gezielt auch zur Luft- und Wasserreinigung sowie als Erholungsräume genutzt.
Ein Kubikmeter Bambus kann in drei bis vier Jahren bis zu 1,67 Tonnen CO₂ aufnehmen. Besonders wirksam ist Bambus dann, wenn er klimaschädliche Materialien wie Aluminium oder PVC ersetzt. Studien zeigen Einsparungen von 1,5 bis 3,9 Tonnen CO₂ gegenüber solchen Baustoffen – vorausgesetzt, Bambus ersetzt kein anderes pflanzliches Material wie Holz.
Wird Bambus geerntet, wird die Mutterpflanze angeregt, neue Halme oder Sprosse (wenn es sich um Ausläufer bildende Bambusarten handelt) zu bilden. Je höher das Gewicht des Bambus pro m³ ist, desto mehr CO2 kann aufgenommen werden.
Welche Bambusarten sind für den Klimawandel besonders geeignet?

Für den Klimawandel besonders geeignet sind vor allem die Arten, die auch in ihrer Heimat in warmem oder heißem Klima wachsen. In der Fachliteratur finden sich zwar oft Angaben zur Winter- und Frosthärte von Bambus, aber kaum Informationen zur Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit. Rückschlüsse lassen sich höchstens aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet ziehen.
Klar ist: Bambus kann, bei großflächigem Anbau, helfen, den CO₂-Gehalt der Luft zu senken. Doch ist er selbst auch fit für den Klimawandel? Viele Bambusarten, die bei uns im Garten stehen, stammen aus den feuchten Bergregionen Chinas und Japans – mit kühlen Wintern und gemäßigtem Klima. Ob sie mit immer häufigeren Hitze- und Trockenphasen in unseren Sommern gut zurechtkommen, ist noch fraglich.
Mit dem Bambusanbau kommen auch neue Schädlinge und Krankheiten

Bambus wird in Mitteleuropa immer beliebter. Und das nicht nur, weil viele Arten gut mit dem Klimawandel klarkommen. Doch mit dem Anbau steigt auch das Risiko, dass neue Schädlinge und Krankheiten eingeschleppt werden.
Ein Beispiel ist die Bambus-Schmierlaus (Trionymus isfarensis). Sie stammt ursprünglich aus Südosteuropa und wurde über Ungarn und Österreich eingeschleppt. Obwohl sie in ihrer Heimat eher selten war und andere Gräser befiel, tritt sie bei uns inzwischen häufiger auf. Man findet sie vor allem in Baumschulen und Privatgärten.
Die Schmierläuse sind schwer zu entdecken, da sie sich unter den Blattscheiden des Bambus verstecken. Bei starkem Befall sterben diese Blattscheiden ab, und die rotbraunen, etwa 4 mm langen Tiere werden sichtbar. Alle Entwicklungsstadien können an Bambus und anderen Gräsern überwintern und sich weiterverbreiten.