Ein Balkonkraftwerk ist eine praktische und relativ günstige Möglichkeit, Stromkosten zu senken und dabei die Umwelt zu schonen. Wer keine große Solaranlage auf das Hausdach montieren möchte, hat die Möglichkeit in ein Balkonkraftwerk zu investieren und so seinen eigenen Strom für den Kühlschrank, die Waschmaschine oder den WLAN-Router selbst zu produzieren. Vor der Anschaffung sollte man jedoch den Stromverbrauch im Haushalt prüfen und ein passendes Budget festlegen. Außerdem macht es Sinn, einen möglichst sonnigen Standort mit vielen Sonnenstunden pro Tag zu wählen. Auf was bei der Anschaffung eines Balkonkraftwerks zu achten ist, erklären wir hier.
Was ist ein Balkonkraftwerk und wie funktioniert es?

Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Solaranlage, mit der man ganz einfach zu Hause Strom erzeugen kann. Der Lieferumfang besteht aus einem bzw. mehreren Solarmodulen, einem Wechselrichter und den passenden Anschlusskabeln. Diese Solarmodule nehmen das einstrahlende Sonnenlicht auf und wandeln es in elektrische Energie um. Durch den Wechselrichter wird diese Energie in Wechselstrom umgewandelt, den man anschließend nutzen kann. So kann das Balkonkraftwerk bei genug Sonneneinstrahlung einen guten Teil des benötigten Stroms im Haushalt decken.
Wird mehr Strom erzeugt, als gerade aktiv genutzt wird, läuft dieser im Normalfall in das öffentliche Stromnetz und ist für die Allgemeinheit verfügbar. Mit einem Batteriespeicher kann man den überschüssigen Strom auch speichern und später, beispielsweise am Abend, wenn keine Sonne mehr scheint, verwenden. So eignet sich ein Balkonkraftwerk besonders für Menschen, die ohne große Investition Strom erzeugen möchten.
Wichtig!
Wichtig sind ein geeigneter Standort, passende Komponenten und eine sichere Montage.
Balkonkraftwerk: Anschaffungskosten und mögliche Ersparnis

Ein Balkonkraftwerk kostet in der Anschaffung zwischen 250 und 600 Euro. Zusätzliche Halterungen oder Kabel können zudem weitere Kosten verursachen. Photovoltaikfachgeschäfte, wie Photovoltaik in Köln, können hier weitere Informationen und Auskunft geben und vor dem Kauf beratend zur Seite stehen. Wer keinen teuren Speicher kaufen möchte kann durch eine einfache Rechnung eine Anlage von etwa 400 Euro Anschaffungspreis nach etwa 3,3 Jahren refinanzieren. Wie schnell sich ein Balkonkraftwerk bezahlt macht hängt vom Stromertrag und vom eigenen Verbrauch ab. Nehmen wir an der Jahresertrag liegt bei etwa 700 Kilowattstunden und deckt den Eigenverbrauch von etwa 50%, ergibt sich bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde eine jährliche Ersparnis von etwa 122,50 Euro.
Unser Tipp!
Nutzt man möglichst viel Solarstrom direkt, beispielsweise indem man die Waschmaschine oder den Geschirrspüler tagsüber laufen lässt, kann man die Ersparnis erhöhen.
Installation und Vorschriften: Was muss man als Einsteiger beachten?

Die Installation von einem Balkonkraftwerk mit maximal 800 Watt Wechselrichterleistung darfst du selbständig durchführen. Das Komplettset wird mit einer Montage- bzw. Bedienungsanleitung geliefert. Es enthält im Normalfall Solarmodule, einen Wechselrichter, Anschlusskabel und gegebenenfalls Stecker, eine Montageanleitung und je nach Angebot Befestigungsmaterial und Halterungen.
Man sollte das Balkonkraftwerk auf jeden Fall sicher anbringen, damit die Module auch bei starkem Wind zuverlässig halten. Zudem muss der vorhandene elektrische Anschluss den technischen Anforderungen entsprechen. Wer sich unsicher bei der Montage ist sollte zur Sicherheit eine erfahrene Elektrofachkraft hinzuziehen.
In Deutschland muss man sein Balkonkraftwerk grundsätzlich innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registrieren. Da sich technische und rechtliche Vorgaben stets ändern können, sollten man die aktuellen Regeln vor der Installation prüfen. Wer zur Miete wohnt oder in einer Eigentümergemeinschaft lebt, sollte außerdem abklären, welche Montage erlaubt ist. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, um unnötige Kosten zu vermeiden und die Anlage sicher betreiben zu können.
Der richtige Standort auf dem Balkon für Solarmodule
Damit das Balkonkraftwerk möglichst viel Strom erzeugen kann, ist der richtige Standort entscheidend. Eine Ausrichtung nach Süden bietet die besten Voraussetzungen, um über den Tag hinweg möglichst viel Sonnenlicht einzufangen. Aaber auch Ost- und Westbalkone können sinnvoll sein. Die Ausrichtung nach Osten liefert vor allem morgens Strom, eine Westausrichtung bringt besonders am Nachmittag Energie. Bei der perfekten Ausrichtung sollte man beachten, wann man im eigenen Haushalt den meisten Strom benötigt. Schattenwurf durch Nachbargebäude, Markisen oder Bäume kann nämlich den Stromertrag deutlich verringern. Daher sollte man vor der Installation den Balkon zu verschiedenen Tageszeiten auf mmögliche Schattenquellen zu überprüfen. So schafft man es, seinen Balkon für eine umweltfreundliche Stromerzeugung zu nutzen.
Balkonkraftwerk im Familienalltag: So nutzt man den Solarstrom optimal

Mit ein wenig Planung kann man sein Balkonkraftwerk gut in den Familienalltag einbauen. Es ist besonders sinnvoll die Haushaltsgeräte, wie Waschmaschine, Trockner, Geschirrspülmaschine oder den Herd möglichst dann zu nutzen, wenn die Solarmodule Strom erzeugen, als dann wenn die Sonne scheint. Beispielsweise kann man die Waschmaschine am Vormittag und den Geschirrspüler am Nachmittag laufen lassen. Moderne Geräte besitzen eine Startzeitvorwahl, mit der man den Beginn bequem planen oder auch direkt über das Smartphone starten kann.
Und auch Laptops oder Akkus kann am besten laden, wenn die Sonne scheint. Gleichzeitig sollte man unnötigen Stromverbrauch vermeiden und Geräte bei längerer Nichtbenutzung vollständig ausschalten. So spart man Energie, die das Balkonkraftwerk erst gar nicht erzeugen muss.
Auch Kinder können spielerisch lernen, wie Sonnenlicht in Strom umgewandelt wird. Gemeinsam kann man beobachten, wie sich die Stromerzeugung an sonnigen und bewölkten Tagen verändert. Die Kinder können helfen, jeden Tag auf dem Wechselrichter oder in einer App nachzusehen, wie viel Strom die Solarmodule erzeugen. So wird das Balkonkraftwerk zu einer praktischen Hilfe beim Stromsparen und zu einem spannenden Familienprojekt.
Kleine Solaranlage, großer Effekt
Ein Balkonkraftwerk ist eine gute Möglichkeit, mit überschaubaren Kosten seinen eigenen Solarstrom zu erzeugen. Es eignet sich besonders gut für Menschen, die keine große Dachanlage installieren können oder möchten und nicht viel Geld in die Anschaffung einer großen Anlage stecken möchten. Wie viel Geld man sparen kann hängt vom Standort, dem Stromertrag und dem eigenen Verbrauch ab.
Nutz man den erzeugten Strom möglichst direkt, kann man seine Stromkosten gut senken. Ein Speicher ist dafür nicht unbedingt notwendig. Eine sichere Montage hingegegn und das Berücksichtigen der geltenden Vorschriften spielen hingegen eine wichtige Rolle. So hilft die Sonne Jahr für Jahr und entlastet die Haushaltskasse.