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Das Foto zeigt verschiedene Arten vom Stachellattich

Stachellattich bekämpfen

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Der Stachellattich ist ein weit verbreitetes Unkraut, das sich schnell ausbreitet und andere Pflanzen verdrängen kann. Aufgrund seiner tiefen Pfahlwurzel und hohen Samenproduktion ist er besonders hartnäckig. Um Schäden im Garten zu vermeiden, ist es wichtig, den Stachellattich gezielt und rechtzeitig zu bekämpfen.

Stachellattich (Lactuca serriola)

Das Foto zeigt die gelbe Blüte vom Stachellattich

Der Stachellattich wird auch Kompasslattich oder Ackerlattich, manchmal sogar Ackersalat genannt. Er wird je nach den Standortbedingungen zwischen 40 und 130 cm hoch. Er ist ein- bis zweijährig, keimt aber immer im Herbst.

Merkmale vom Stachellattich

Der Stachellattich ist eine ein- bis zweijährige Pflanzenart aus der Gattung der Lattiche (Lactuca). Der weißlich-grüne Pflanzenstängel des Stachellattichs ist oft rötlich-violett überhaucht. Er wächst aufrecht und verzweigt sich im oberen Bereich rispenartig, während der untere Teil borstig behaart ist.

Die länglichen Laubblätter sind an der Basis pfeilförmig, buchtig fiederspaltig und scharf gesägt. Sowohl die Hauptnerven als auch die Blattränder sind borstenartig behaart. Auffällig ist, dass die Blätter nahezu senkrecht am Stängel stehen und eine sogenannte Kompassstellung einnehmen, also in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sind.

Der Stachellattich bildet eine lange, kräftige Pfahlwurzel. Seine Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Blüten bestehen ausschließlich aus gelben Zungenblüten, Röhrenblüten fehlen vollständig. Die einzelnen Blütenkörbchen sind in einer langen Rispe angeordnet, die Früchte tragen eine weiße Haarkrone.

Die Samen werden hauptsächlich durch den Wind verbreitet, aber auch durch Menschen und Tiere. Die Keimung erfolgt im Herbst. Die Keimblätter sind ungefiedert, ebenso die ersten Laubblätter, die jedoch bereits gezähnt sind und früh die typische Kompassstellung einnehmen.

Achtung!

Wie viele Latticharten enthält auch der Stachellattich einen milchigen Pflanzensaft, der schwach giftig ist.

Stachellattich mit Hausmitteln bekämpfen

Das Foto zeigt die gelbe Blüte vom Stachelllattich

In Deutschland findet man den Stachellattich vor allem an sonnigen Standorten mit eher steinigem Boden. Häufig wächst er auch in Ritzen zwischen Pflastersteinen oder Steinplatten. Dort ist er besonders schwer zu beseitigen, da seine tief reichende Pfahlwurzel fest zwischen den Steinen verankert ist.

Am besten sollte man den Stachellattich frühzeitig bekämpfen und die Pfahlwurzel möglichst vollständig mit einem schmalen Unkrautstecher herausziehen. In Pflasterfugen kann zusätzlich das Auskratzen der Wurzelreste und das anschließende Verfüllen der Fugen ein erneutes Austreiben verhindern.

Im offenen Gelände kann man den Stachellattich hingegen durch gründliches Jäten wirksam bekämpfen.

Verbreitung und Vorkommen

Der Stachellattich kommt in der klimatisch gemäßigten Zone Europas und Asiens vor, besiedelt das Mittelmeergebiet und reicht südlich bis nach Äthiopien. In West-Ost-Richtung erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet von den Atlantik-Inseln bis nach Mongolei, Westchina, Afghanistan und Nordindien.

Er wächst überwiegend in tieferen Lagen und warmen Regionen. Dennoch kommt er auch in höheren Lagen vor, etwa in Tirol bis auf 990 m über dem Meeresspiegel und im Schweizer Kanton Wallis sogar bis auf 1.560 m über NN.

Blauer Lattich (Lactuca perennis)

Das Foto zeigt die Blüte vom Blauen Lattich

Der Blaue Lattich ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu 60 cm hoch wird. In Deutschland kommt sie vor allem in Mitteldeutschland und im Südwesten zerstreut vor, ist insgesamt jedoch eher selten. Sie wächst bevorzugt an trockenen, warmen und sonnigen Standorten, beispielsweise in Weinbergen, auf Trockenhängen und -wiesen, an Böschungen sowie auf Trockenmauern. Wenn sie an einem solchen Standort bei Ihnen erscheint, lassen Sie sie bitte stehen.

Mit ihren bis zu 4 cm großen Blütenköpfen in Blau- bis Violetttönen ist sie viel zu schön, um als Unkraut entfernt zu werden. Zudem wird der Blaue Lattich in Deutschland zunehmend seltener.

Garten-Lattich (Lactuca sativa), auch Garten-Salat genannt

Das Foto zeigt den Gartensalat

Der Gartensalat oder Gartenlattich (Lactuca sativa) gilt als Wildform unseres Kopfsalates – dachte man lange Zeit. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Zuchtform des Stachellattichs, die in der Natur so nicht vorkommt. Anders als der Stachellattich blüht der Gartenlattich jedoch nicht weiß oder rosa, sondern gelb.

Gift-Lattich (Lactuca virosa)

Der Gift-Lattich, auch Stink-Lattich genannt, kommt in Deutschland bisher nur am Main und im Rheinland vor. Ursprünglich stammt diese wärmeliebende Lattich-Art vermutlich aus dem Mittelmeergebiet.

In der Antike galt sie als Heilpflanze und wurde vermutlich mit den Römern nach Mitteleuropa gebracht. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind starke Bitterstoffe. Für Kleinsäuger wie Mäuse kann der Gift-Lattich tödlich sein. Wahrscheinlich stammen alle in Deutschland vorkommenden Bestände von ausgewilderten Arzneipflanzen ab.

Im Gegensatz zum Gartenlattich sind die Laubblätter des Gift-Lattichs blaugrün, meist waagerecht ausgerichtet und ungeteilt.

Mauer-Lattich (Mycelis syn. Lactuca muralis)

Der Mauer-Lattich ist in Deutschland weit verbreitet. Er wächst auf lockeren, nährstoffreichen Böden in feuchten Wäldern und Gebüschen und kommt dabei bis in Höhenlagen von bis zu 1.700 m über NN vor. Im Garten tritt er meist an oder auf Trockenmauern auf. Der Mauer-Lattich bildet einen Blütenstand aus zahlreichen Körbchen mit hellgelben Blüten.

Ruten-Lattich (Lactuca viminea)

Der Ruten-Lattich stammt ursprünglich aus wärmeren Regionen, wie dem Mittelmeerraum. Früher kam er in Mitteldeutschland, vor allem in Sachsen und Sachsen-Anhalt, vor, gilt dort heute jedoch als ausgestorben.

Tataren-Lattich (Lactuca tatarica)

Der Tataren-Lattich stammt ursprünglich aus Osteuropa, wurde im 20. Jahrhundert jedoch in Deutschland eingebürgert und breitet sich dort stellenweise als Neophyt weiter aus. Er vermehrt sich auch vegetativ über unterirdische Ausläufer. Diese mehrjährige Pflanze kann bis zu 1 m hoch wachsen.

Der Tataren-Lattich besiedelt Dünen, selbst bis zum Spülsaum, da er salzhaltige Böden verträgt, ebenso wie Strandheiden, Brach- und Schuttflächen sowie Bahndämme. Er kommt auf leicht trockenen bis feuchten, nährstoffreichen bis salzhaltigen Böden vor.

Weiden-Lattich oder Weidenblättrige Lattich (Lactuca saligna)

Der Weiden-Lattich kommt in weiten Teilen Europas vor, ist in Deutschland jedoch fast ausgestorben. Vorkommen gibt es noch vereinzelt in Baden-Württemberg. Er wächst auf trockenen, nährstoffreichen Lehm- und Tonböden. Die Ursachen für seinen Rückgang sind bislang unklar. Die Pflanze wird bis zu 1 m hoch und trägt blassgelbe Blüten.