
Die Gattung der Schaumkräuter (Cardamine) aus der Familie der Kreuzblütler ist in Mitteleuropa mit etwa 16 Arten vertreten. Die meisten Arten wachsen im Wald, nur zwei bilden Ausnahmen: das Rauhaarige Schaumkraut (Cardamine hirsuta) und das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis). Das Wiesen-Schaumkraut ist im Garten oft dekorativ, solange es sich nicht im Rasen ausbreitet. Rauhaariges Schaumkraut hingegen gilt als lästiges Unkraut, da es junge Kulturpflanzen, zum Beispiel im Gemüsebeet, verdrängen kann, das man man bekämpfen sollte.
Schon gewusst?
Der Name „Schaumkraut“ kommt nicht daher, dass die Pflanzen schäumen, sondern weil sich die Larven bestimmter Zikaden in dichten Schaumhüllen verstecken, wahrscheinlich als Schutz vor Fressfeinden wie Singvögeln.
Rauhaariges Schaumkraut (Cardamine hirsuta)

Das Rauhaarige Schaumkraut ist ein ein- bis zweijähriges Kraut und wird zwischen 5 und 30 cm hoch. Die Stängel wachsen aufrecht, sind meist nur an der Basis verzweigt und tragen wenige Blätter. Die grundständigen Laubblätter bilden eine Blattrosette.
Die gefiederten Blätter haben ein rautenförmiges Endblättchen und verkehrt-eiförmige Seitenblättchen. Sie sitzen an Stielen, sind auf der Oberseite behaart oder kahl, und ihre Ränder sind leicht bewimpert. Die Blättchen am Stängel haben dagegen nur kurze Stiele oder sitzen direkt am Stängel.
Die Blütezeit reicht von März bis Juni, manchmal blüht die Pflanze noch einmal im Herbst. Die kleinen weißen bis hellvioletten Blüten stehen in traubenförmigen Blütenständen.
Die Samen werden beim Aufspringen der Schoten fortgeschleudert. Die Keimblätter sind rundlich und relativ lang gestielt. Die ersten Laubblätter sind herz- bis nierenförmig, die gefiederten Blätter entwickeln sich erst später.
Verbreitung und Vorkommen
Das Rauhaarige Schaumkraut ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Asien, beispielsweise im Himalaja, vor. In den Allgäuer Alpen wächst es bis in Höhenlagen von 1.780 m ü. NN. Man findet es in Gärten und Parks, in Weinbergen, auf offenen Ruderalflächen und an Wegrainen.
Es bevorzugt kalkarme, leicht saure, sandige, aber nährstoffreiche Böden. Früher war die Art selten, heute tritt sie immer häufiger auf und vermehrt sich im Frühjahr stark.
Achtung!
Das Rauhaarige Schaumkraut kann auch in Gemüse- und Salatkulturen wachsen und deren Keimpflanzen verdrängen.
Bekämpfungs-Maßnahmen
Man muss das Rauhaarige Schaumkraut regelmäßig durch Jäten entfernen. In Steinfugen sollte man es vollständig herausreißen, um ein Nachwachsen zu verhindern.
Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

Das Wiesen-Schaumkraut ist eine mehrjährige Pflanze und wird zwischen 15 und 50 cm hoch. Die runden, innen hohlen Stängel tragen lang gestielte Grundblätter, die in einer Rosette angeordnet sind und 3- bis 11-zählig gefiedert sind. Das Endfiederblatt ist dabei deutlich größer als die Seitenfieder. Die Stängelblätter sind schmal und fast linealisch mit glattem Rand.
An den Stängeln findet man oft die typischen Schaumhäufchen der Larven der Wiesenschaumzikade. Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Je nach Standort können die Blüten weiß, rosa oder violett sein. Die Kronblätter sind etwa dreimal so lang wie die Kelchblätter, und die Blüten bilden einen traubenförmigen Blütenstand.
Das Wiesen-Schaumkraut besitzt einen kriechenden Wurzelstock und zählt deshalb zu den Wurzelunkräutern. Es breitet sich sowohl über die Samen als auch über Brutknospen aus. Die Samen werden beim Aufplatzen der schotenartigen Früchte in weiter Umgebung ausgeschleudert.
Verbreitung und Vorkommen
Das Wiesen-Schaumkraut kommt nicht nur in Europa vor, sondern auch in Nordamerika und Nordasien. Im Garten breitet es sich besonders auf feuchten, lehm- oder tonhaltigen Böden und auch im Rasen aus.
Schon gewusst?
Massenvorkommen entstehen vor allem, wenn der Boden verdichtet ist und Staunässe entsteht.
Bekämpfungs-Maßnahmen
Das Wiesen Schaumkraut lässt sich meist durch gründliches und tiefes Jäten bekämpfen. Vorbeugend sollte der Boden danach gelockert werden, damit keine Staunässe entsteht. Den Rasen kann man vertikutieren und Sand untermischen, um den Boden aufzulockern. Bei einer Neuanlage auf lehm- oder tonhaltigem Boden empfiehlt es sich, vor der Aussaat eine Drainage einzubauen.