Kleine und mittelgroße Sträucher sind im Garten sehr vielseitig einsetzbar. Zum Beispiel als Einzelpflanzen, Hecken oder Kübelpflanzen. Im Gartenfachhandel gibt es von fast allen Ziersträuchern inzwischen Zuchtsorten, sodass man zwischen verschiedenen Wuchsformen, Höhen sowie Blatt- und Blütenfarben wählen kann. Besonders beliebt sind schnellwachsende Sträucher, die bereits im ersten Jahr gut aussehen.
Wichtig!
Die angegebenen Wachstumsraten in Zentimetern pro Jahr dienen als erste Orientierung. Wie schnell ein Strauch tatsächlich wächst, hängt jedoch von den Standortbedingungen, wie Lichtverhältnissen, Bodenqualität, Düngung und auch von der Größe und Form des Pflanzgefäßes bei Kübelpflanzen, ab.
1. Blutjohannesbeere (Ribes sanguineum), auch Zier-Johannisbeere genannt

Die winterharte und schnell wachsende Blut-Johannisbeere bildet einen besonders dichten Zierstrauch, der bis zu 2,5 Meter hoch und 2 Meter breit wird. Im April und Mai begeistert sie mit leuchtend roten Blüten.
Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Die Blut-Johannisbeere eignet sich sowohl als Solitärpflanze als auch in einer gemischten Hecke mit anderen früh blühenden Sträuchern wie Forsythien und Felsenbirnen, wobei ein Formschnitt bei solchen Hecken eher nicht möglich ist.
Unser Tipp!
Während der Vegetationszeit bietet der sommergrüne, dicht belaubte Strauch außerdem einen guten Sichtschutz.
2. Duftjasmin (Philadelphus coronarius), Europäischer Pfeifenstrauch

Der Duftjasmin (auch Garten- oder Bauernjasmin genannt) ist ein sommergrüner Strauch, bis zu 2 m hoch und ebenso breit. Die Sorte ‘Variegatus’ hat grüne Blätter mit einem breiten weißen Rand. Die kleinen, aber intensiv duftenden Blüten öffnen sich im Mai/Juni.
Der Duftjasmin sollte an einem sonnigen Platz wachsen können. Er stellt aber keine besonderen Ansprüche an den Boden. Er wächst ebenso auf sehr trockenen, wie auf flachgründigen oder sehr kalkhaltigen Böden. Die Zuchtsorte ‚‘Variegatus’ kann im Sommer durch Stecklinge vegetativ vermehrt werden.
Unser Tipp!
Alte Triebe, die nur noch schwach blühen, schneidet man nach der Blütezeit bis zur Basis heraus.
3. Feuerdorn (Pyracantha coccinea)

Den zwischen 2 und 3 m hohen Feuerdorn hält man vor allem wegen seiner feuerroten, weithin leuchtenden Früchte im Garten. Die Früchte sind sogar essbar. Dank seiner dichten Belaubung bietet dieser immergrüne Strauch auch einen guten Sichtschutz.
Der Feuerdorn braucht einen Platz in der Sonne oder im Halbschatten. Der Boden sollte neben Gartenerde auch Kies- und Ton-Anteile enthalten. Man kann den Strauch während der ganzen Vegetationszeit zwischen März und August pflanzen.
Es gibt mehrere Zuchtsorte, die sich vor allem in der Früchte von der Naturform unterscheiden:
- Pyracantha ‘Golden Charmer‘ hat etwas größere, orange leuchtende Früchte.
- ‘Golden Dome‘ hat gelbe Früchte

4. Forsythie (Forsythia intermedia)

Bei der Forsythie öffnen sich die goldgelben Blüten noch vor dem Laub-Austrieb. Der Strauch wird bis zu 3 m hoch. Er ist anspruchslos und kommt gut mit den meisten Böden zurecht. Ihr Standort sollte in der Sonne oder im Halbschatten liegen.
Neben der Hybridform Forsythia x intermedia sieht man gelegentlich in unseren Gärten auch die Hängende Forsythie Forsythia suspensa, die aus China stammt und zunächst ebenfalls straff aufrechte, später aber überhängende Zweige bildet. Die leuchtend goldgelben Blüten sind nickend.
Beide Formen kann man durch Stecklinge vermehren, die man im Sommer schneidet. Man kann sie aber auch im Herbst oder Winter durch geschnittene Steckhölzer vermehren.
5. Hartriegel (Cornus)
Von der Gattung Cornus gibt es zahlreiche Arten und Sorten mit hohem Zierwert – als Solitär oder in einer Hecke. Hartriegel sind sommergrüne, schnell wachsende Sträucher, beliebt wegen ihres attraktiven Laubs, der Blüten und der im Winter farbigen Zweige.
Kornellkirsche (Cornus mas)

Die Kornellkirsche ist in Mitteleuropa heimisch und zeigt im Winter kahle, dunkelrote Zweige. Die Sorte ‘Variegata’ zeichnet sich durch grün-weiß panaschierte Blätter aus. Im Frühjahr erscheinen leuchtend gelbe Blüten, gefolgt von roten, kirschähnlichen Früchten. Die Pflanze ist anspruchslos, verträgt Sonne ebenso wie Schatten, erreicht bis zu 3,5 Meter Höhe und Breite und benötigt kaum Schnitt.
Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea)

Diese heimische Pflanze zeigt sich im Herbst mit leuchtend rotem Laub. Sie wächst schnell, wird bis zu 4,5 Meter hoch, entwickelt sich dicht buschig und bildet Ausläufer, wodurch sie sich ideal für hohe Hecken eignet. Anspruchslos in der Pflege, blüht sie im Mai und Juni mit weißen Blüten.
Tartarischer Hartriegel (Cornus alba)

- ‘Elegantissima’: 2 m hoch, graugrüne Blätter mit weißem Rand, cremeweiße Blüten. Für rote Wintertriebe im Frühjahr stark zurückschneiden.
- ‘Kesselringii’: 2 m hoch, 2,5 m breit, cremeweiße Blüten, weiße Früchte, Winterrinde schwarzbraun. Rückschnitt im Frühjahr.
- ‘Sibirica’ (Purpur-Hartriegel): Korallenrote Wintertriebe, jährlicher Rückschnitt nötig.
- ‘Spaethii’ (Gelbbunter Hartriegel): Grüne Blätter mit gelben Rändern, weiße Blüten und Früchte.
Cornus macrophylla
Dieser Großstrauch erreicht eine Höhe von bis zu 12 Metern und eine Breite von etwa 7 Metern. Er besitzt große, dunkelgrün glänzende Blätter und stammt aus Ostasien, von den Regionen des Himalaya bis nach Japan.
6. Haselnuss (Corylus avellana)

Haselnuss-Sträucher sind sommergrün und werden vor allem wegen ihrer kätzchenförmigen, männlichen Blüten, die zwischen Februar und April erscheinen, und natürlich wegen ihrer Nüsse geschätzt. Die Haselnuss ist die älteste Obstart Europas. Davon abgesehen bildet der Haselnuss-Strauch, als Hecke angepflanzt, zumindest im Sommerhalbjahr einen schnell und hoch wachsenden Sichtschutz.
Im Garten wird ein Haselnuss-Strauch am besten im Herbst an einem sonnigen bis halbschattigen Platz gepflanzt. Besondere Bodenansprüche hat die Haselnuss nicht.
Korkenzieher-Hasel

Auch von der Hasel (Corylus avellana) gibt es die Zuchtsorte ‘Contorta’, die Korkenzieher-Hasel. Der bis zu 4 m hohe und breite Strauch bildet im Februar/März hellgelbe, hängende Kätzchen – ähnlich wie die Naturform. Geschätzt wird diese Sorte wegen ihrer korkenzieherartig gewundenen Triebe, die als Vasenschmuck beliebt sind.
Die Korkenzieher-Hasel braucht einen nährstoffreichen Boden in voller Sonne oder Halbschatten. Sie wird im Frühjahr durch sogenannte Absenker oder durch Veredelung vegetativ vermehrt.
Lambertnuss

Eine verwandte Art, die Lambertnuss (Corylus maxima), wird bis zu 6 m hoch und 4 m breit. Die Sorte ‘Purpurea‘ hat purpurrote, herabhängende Kätzchen mit gelben Staubfäden an den noch kahlen Zweigen. Auch ihre Haselnüsse sind essbar.
7. Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

Vom Kirschlorbeer gibt es eine ganze Reihe Zuchtsorten. Die Sorte ‚Otto Luyken‘ ist ein breit ausladender Strauch, der aber nur 75 bis 100 cm hoch wird. Die Sorte ‚Zabeliana‘ wird mit 1 m etwas höher und mit einer Breite von 2,5 m noch etwas breiter.
Die Laubblätter sind glänzend dunkelgrün und immergrün, sie fallen also im Herbst nicht ab. Die schlanken, traubenförmigen Blütenstände mit kleinen weißen Blüten blühen im Mai. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich kleine, kirschartige Früchte, die erst rot sind und später schwarz nachreifen.
Achtung!
Blüten und Früchte sind ebenso wie alle anderen Pflanzenteile des Kirschlorbeers giftig!
Kirschlorbeeren stellen nur geringe Standortansprüche: Sie wachsen sowohl in voller Sonne als auch im Schatten, und zwar auf fast allen Bodentypen. Nur kalkhaltig, flachgründig oder staunass sollte der Boden nicht sein. Kirschlorbeeren kann man im Sommer vegetativ mit halbreifen Stecklingen vermehren.
8. Liguster (Ligustrum vulgare)

Auch der Liguster vulgare gehört zu den schnellwachsenden Sträuchern. Man pflanzt ihn oft (da er hoch und schnell wächst) als Sichtschutz-Hecke. Der gewöhnliche Liguster ist zwar sommergrün, behält aber sein Laub bis in den Winter, bis er die Blätter schließlich abwirft.
Zwar gibt es nur diese eine einheimische Liguster-Art, im Garten können aber weitere Arten und deren Zuchtsorten gepflanzt werden.
Glanzliguster Ligustrum lucidum
Der Glanzliguster Ligustrum lucidum mit der Sorte ‘Excelsum Superbum’ wird bis zu 6 m hoch und breit. Die kleinen, weißen, röhrenförmigen Blüten sitzen in rispenförmigen Blütenständen. Diese immergrüne Sorte hat glänzend hellgrüne, große Blätter mit einem gelben Blattrand.
Wintergrüne Liguster Ligustrum ovalifolium
Der Wintergrüne Liguster Ligustrum ovalifolium mit der Sorte ‘Aureum’ ist ein sommer- bis halbimmergrüner Strauch mit mittelgrünen Blättern und gelbem Rand, während die aus Japan stammende Naturform rein grüne Blätter hat.
Chinesischer Liguster Ligustrum sinense
Der Chinesische Liguster Ligustrum sinense bildet in der Naturform, die aus Mittelchina stammt, 4 m hohe und 3 m breite Sträucher mit weißen und intensiv duftenden Blüten, die in großen Rispen sitzen. Aus den befruchteten Blüten reifen im Frühherbst kleine, dunkelrote Früchte heran.
‘Vicaryi’
Die Sträucher der Sorte ‘Vicaryi’ zeichnen sich durch ihre großen, eiförmigen Blätter in Goldgelb aus, welche im Winter eine purpurbraune Färbung annehmen.
Schon gewusst?
Alle hier vorgestellten Arten und Zuchtsorten können im Sommer durch halbreife Stecklinge vermehrt werden.

9. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), auch Fliederbeere genannt

Der Schwarze Holunder ist ein einheimischer, sommergrüner Strauch von bis zu 5 m Höhe und Breite. Seine Dolden mit den cremeweißen Blüten sind in der Küche vielseitig verwertbar, beispielsweise zum Backen von Holunderküchlein oder zur Herstellung von Holunder-Saft, Holunder-Wein oder Holunder-Sekt. Seine dunkelroten bis schwarzen Früchte sind essbar. Ein Holunder-Tee aus den Blüten wirkt krampflösend, kann Fieber senken und das Blut reinigen.
Holunder-Sträucher setzt man am besten in einen mäßig feuchten, lehmhaltigen und nährstoffreichen Boden an einen möglichst sonnigen Platz. Durch einen Rückschnitt im Frühjahr vor dem Laub-Austrieb erzielt man eine schöne, dichte Belaubung des Strauches. Schwarzer Holunder lässt sich am einfachsten durch Stecklinge, die im Sommer geschnitten werden, vermehren.
Neben der Naturform eignen sich speziell für die Kultur im Garten zwei Zuchtsorten:
- Sambucus nigra ‘Aurea‘ hat goldgelbe, eiförmige Fiederblättchen.
- Bei Sambucus nigra ‘Laciniata’ sind die Blätter dagegen tief geschlitzt und kräftig grün gefärbt.
Beide Sorten werden mit bis zu 6 m Wuchshöhe und -breite etwas größer als die Naturform. In den Kulturbedingungen im Garten gleichen beide Sorten jedoch der Stammform des Schwarzen Holunders.
10. Sommerflieder (Buddleja davidii)

Der Sommerflieder wird auch Schmetterlingsflieder genannt, weil seine reich mit Blüten besetzten Blütenstände Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Nektar- und Pollensammler magisch anziehen.
Der Schmetterlingsflieder wird etwa 2 bis 3 m hoch. Man kann ihn im Oktober/November oder im März/April pflanzen. Der Strauch wächst praktisch auf jedem Boden. Er gedeiht selbst auf mageren, trockenen oder kalkhaltigen Böden. Lediglich auf sehr nährstoffarmen Böden sollte der Sommerflieder im Frühjahr mit Volldünger versorgt werden.
In einem strengen Winter können die Triebspitzen des Strauches erfrieren. Das ist aber nicht weiter tragisch, da man den Strauch im Frühjahr bis auf die unteren Knospen zurückschneidet.
Schon gewusst?
Von diesem Sommerflieder gibt es inzwischen unzählige Zuchtsorten, die sich vor allem in der Farbe ihrer Blüten unterscheiden.
Zuwachsraten und Wuchshöhe im Überblick
In der folgenden Tabelle werden die durchschnittlich erreichbaren Zuwachsraten pro Jahr und maximale, endgültige Wuchshöhe für die 10 besonders schnell wachsende, im Beitrag vorgestellten Sträucher zusammengefasst.
Name | Zuwachsraten pro Jahr | Endgültige Wuchshöhe |
Blutjohannesbeere (Ribes sanguineum) | 20 bis 40 cm | 2 bis 2,5 m |
Duftjasmin (Philadelphus coronarius) | 40 bis 60 cm | 2 bis 3 m |
Feuerdorn (Pyracantha coccinea) | 30 bis 60 cm | 2 bis 3 m |
Forsythie (Forsythia intermedia) | 30 bis 60 cm | 2 bis 3 m |
Hartriegel (Cornus) | 30 bis 60 cm | bis 3 m |
Haselnuss (Corylus avellana) | 40 bis 90 cm | 5 bis 7 m |
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) | 40 bis 60 cm | 2 bis 3,5 m |
Liguster (Ligustrum vulgare) | 60 bis 120 cm | 1,5 bis 4 m |
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) | 50 bis 70 cm | 3,5 bis 7 m |
Sommerflieder (Buddleja davidii) | 50 bis 150 cm | 2 bis 3,5 m |