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Das Foto zeigt eine Weinrebe, eine blaue Passionsblume und eine Akebie

10 besonders schnellwachsende Kletterpflanzen

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Wir stellen hier besonders schnellwachsende Kletterpflanzen vor. Die angegebene Wuchshöhe entspricht der Länge der Pflanze. Eine schlingende Pflanze kann also über 10 m lang werden, obwohl ihr oberes Ende nur 5 m hoch liegt.

Wie schnell eine Kletterpflanze wächst, hängt von ihrem Klettertyp ab: Die meisten schnellwachsenden Kletterpflanzen sind Schlingpflanzen, gefolgt von Rankpflanzen. Spreizklimmer und vor allem Wurzelkletterer wachsen meist langsamer.

1. Akebie (Akebia)

Das Foto zeigt die dunkelrote Blüte der Akebie

Die aus Ostasien stammenden Akebien sind Schlingpflanzen, die je nach Art und Standort 5 bis 8 m hoch wachsen können. Im ersten Jahr wachsen sie langsam, aber ab dem zweiten Jahr legen sie 1 bis 2 m pro Jahr zu, vor allem an sonnigen oder halbschattigen Plätzen mit durchlässiger Erde.

Unser Tipp!

Akebien eignen sich gut zur Begrünung von Pergolen, Lauben oder Mauern. Sie brauchen eine passende Kletterhilfe.

Sie sind sommergrün, behalten in milden Wintern aber oft ihr Laub bis zum Frühling. Akebien sind robust, winterhart und blühen Ende April bis Anfang Mai. Die kleinen, rosa männlichen Blüten duften angenehm, die größeren weiblichen sind purpurrot. In mildem Klima bilden sich daraus längliche Balgfrüchte.

2. Baumwürger (Celastrus)

Das Foto zeigt einen Baumwürger

Baumwürger sind Schlingpflanzen, die 5 bis 10 m in die Höhe wachsen können. Sie haben eine jährliche Wuchsrate von 1 m. Baumwürger sind robust. Am besten  gedeihen sie an einem sonnigen bis halbschattigen Platz.

Ihren martialisch klingenden, deutschen Namen Baumwürger verdanken sie dem Umstand, dass sie sich eng an den Baumstämmen emporschlingen und schon manchen jungen Baum abgewürgt haben sollen.

Die kleinen Blüten des Baumwürgers sind eher unscheinbar, aber im Herbst leuchtet das Laub in kräftigem Gelb. Eine Besonderheit: Baumwürger sind zweihäusig – das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Früchte bilden sich nur, wenn beide Geschlechter in der Nähe wachsen.

3. Schlingknöterich (Fallopia)

Das Foto zeigt einen Schlingknöterich

Von den bis zu 18 Arten der Gattung Fallopia pflegt man bei uns vor allem den Schlingknöterich Fallopia balschuanica als Kletterpflanze. Die Pflanze kann pro Jahr eine Zuwachsrate von 1 bis mehreren Metern haben. Die Wurzeln sind recht lang und dringen bis zu 2 m in den Boden vor.

Unser Tipp!

Schlingknöterich wächst sowohl in voller Sonne, als auch im Halbschatten oder Schatten.

4. Hopfen (Humulus)

Das Foto zeigt Hopfen

Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) ist eine bekannte Schlingpflanze – vor allem wegen seiner Rolle bei der Bierherstellung. Er wächst 4 bis 6 m hoch, ist aber keine verholzende Pflanze, sondern eine Staude. Das heißt: Er stirbt im Winter oberirdisch ab und treibt jedes Jahr neu aus dem Wurzelstock aus.

Hopfen gibt es als männliche und weibliche Pflanzen. Im Anbau werden nur weibliche Pflanzen verwendet, da ihre getrockneten Fruchtstände für Bier gebraucht werden.

Da Hopfen jedes Jahr schnell auf seine volle Höhe wächst, hat er einen hohen Nährstoffbedarf und sollte jährlich kräftig gedüngt werden.

5. Wilder Wein (Parthenocissus)

Das Foto zeigt die Blätter und Früchte von Wildem Wein

Wilder Wein ist eine beliebte, sommergrüne Kletterpflanze, die 8–15 m hoch ranken kann. Er wächst sowohl an sonnigen als auch halbschattigen Standorten. Besonders geschätzt wird er wegen seiner auffälligen Herbstfärbung in leuchtendem Orange bis Karminrot.

Eigentlich gibt es zwei Arten:

  • Parthenocissus quinquefolia (aus Nordamerika) mit fünfteiligen Blättern, die sich im Herbst karminrot färben.
  • Parthenocissus tricuspidata (aus Japan) mit dreilappigen Blättern, die sich gelb, orange oder rot färben können. Diese Art kann besonders hoch wachsen (bis zu 15 m).

6. Passionsblumen (Passiflora)

Das Foto zeigt eine blaue Passionsblume

Passionsblumen sind rankende Kletterpflanzen und werden 2 bis 4 m hoch. Sie brauchen einen sonnigen, windgeschützten Standort und sind frostempfindlich. Im Winter muss man sie gut schützen.

Die bekannte Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) kann im Sommer auch in Mitteleuropa draußen stehen. Am besten pflanzt man sie in einen großen Kübel mit einer Mischung aus Gartenerde, Sand und Torf oder Kokoshumus (als Torfersatz).

Der Kübel kommt an einen geschützten Platz an der Südseite einer Mauer. Zum Klettern braucht die Pflanze ein Spalier oder Rankgitter. Im Herbst sollte sie hell, kühl und frostfrei überwintern.

7. Kletterrose (Rosa)

Das Foto zeigt eine rosafarbene Kletterrose

Kletterrosen gehören zu den Spreizklimmern. Je nach Art und Standort wachsen sie 2 bis 5 m hoch. Sie klettern mit langen, biegsamen Trieben, die mit Stacheln (nicht Dornen!) versehen sind.

Besonders beliebt sind die Rambler-Rosen. Das sind schnell wachsende Sorten, die sich gut zur Begrünung von Pergolen, Hauswänden oder sogar Bäumen eignen.

Schon gewusst?

Rambler-Rosen entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts durch Kreuzungen der chinesischen Büschelrose (Rosa multiflora) mit Rosa wichuraiana.

8. Wilde Reben (Vitis)

Das Foto zeigt Wilde Reben, die an einer Mauer empor wachsen

Wilde Reben sind rankende Kletterpflanzen und erreichen je nach Art 4 bis 12 m Wuchshöhe. Es gibt rund 58 Arten, die in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vorkommen. Sie wachsen an sonnigen bis halbschattigen Standorten und bilden, wenn sie gut eingewachsen sind, mehrere Meter lange Jahrestriebe.

Besonders stark wächst die Rostrote Rebe (Vitis coignetiae), die bis zu 15 m hoch werden kann. Sie hat große, dunkelgrüne Blätter, die sich im Herbst rostrot verfärben. Ihre schwarzen Beeren gelten als nicht essbar.

9. Weinrebe (Vitis vinifera)

Das Foto zeigt eine Weinrebe mit grünen Trauben

Weinreben werden seit der Antike zur Weinherstellung kultiviert. Ursprünglich stammen sie wohl aus dem Kaukasus. Die Römer brachten sie über die Alpen nach Mitteleuropa.

Ohne Rückschnitt können Weinreben 10 bis 15 m hoch wachsen, mit einem jährlichen Zuwachs von 1 bis 2 m. Normalerweise erreichen sie 3 bis 10 m. Sie gehören zu den rankenden Kletterpflanzen und brauchen einen sonnigen Standort.

Besonders dekorativ ist das Herbstlaub. Die drei- bis fünflappigen Blätter (bis 15 cm groß) färben sich gelb, rot oder bräunlich.

An Mauern und Wänden wachsen Weinreben gut an einem Spalier. Wer Trauben ernten möchte, muss sie im Februar oder März kräftig zurückschneiden, denn die Früchte entstehen nur an einjährigen Trieben.

10. Wisterie (Wisteria), auch Blauregen genannt

Das Foto zeigt Blauregen, der an einer Mauer empor wächst

Die Wisterie ist eine Schlingpflanze, die 6 bis 12 m hoch wächst. Sie verträgt Sonne und Halbschatten.

In Mitteleuropa werden zwei Arten angebaut:

  • Chinesische Wisterie (Wisteria sinensis)
  • Japanische Wisterie (Wisteria floribunda)

Da Wisterien sehr groß und schwer werden können, brauchen sie stabile Kletterhilfen. Deshalb sieht man an öffentlichen Plätzen oft Pfeiler und Balken aus Beton.

Schon gewusst?

Man kann Wisterien leicht unterscheiden: Die chinesische Wisterie windet sich linksherum, die japanische rechtsherum.