Schnellwachsende Heckenpflanzen bieten in kurzer Zeit einen Sichtschutz und Privatsphäre, begrünen leere Flächen und werten so das Grundstück optisch auf. Außerdem füllen sie Lücken schnell und können als Wind- oder Lärmschutz dienen.
Laubabwerfende, sommergrüne Heckenpflanzen
Laubabwerfende, sommergrüne Heckenpflanzen verlieren im Herbst ihre Blätter und treiben im Frühjahr wieder aus. Sie bieten im Sommer einen Sichtschutz und Schutz vor Wind. Außerdem sind sie pflegeleicht und dekorativ durch ihre Blüten und ihre Herbstfärbung.
Hierzu gehören:
- Bauernjasmin
- Feldahorn
- Hainbuche
- Liguster
- Rotbuche
1. Bauernjasmin (Philadelphus coronarius)
Der Bauernjasmin wird auch Duftjasmin oder Pfeifenstrauch genannt.

Der schnell wachsende Bauernjasmin blüht im Mai/Juni mit weißen, duftenden Blüten und eignet sich gut für Wildhecken, erreicht aber selten allein eine ganze Heckenreihe. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit normalem, gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden und wächst zunächst aufrecht, später leicht überhängend, mit 40–60 cm Zuwachs pro Jahr bis zu 4–6 m Höhe.
2. Feldahorn (Acer campestre)

Eine Hecke aus Feld-Ahorn wächst recht schnell in die Höhe. Sie bleibt dabei dicht und sollte deshalb zweimal im Jahr etwas zurückgeschnitten werden. Pro laufendem Heckenmeter setzt man drei Pflanzen in den Boden.
Im Container gezogener Feld-Ahorn wächst schneller an als wurzelnackte Ware. Für einen strengen Formschnitt eignet er sich jedoch nicht, da dabei das typische Blattwerk zu stark beschädigt würde.
Ab Mai blüht der Feld-Ahorn. Daraus entwickeln sich die für Ahorn-Arten typischen geflügelten Samenfrüchte. Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend gelb bis orange.
3. Hainbuche (Carpinus betulus)

Die Hainbuche eignet sich gut als Heckenpflanze und lässt sich leicht in Form schneiden. Mit den echten Buchen der Gattung Fagus ist sie nicht näher verwandt. Ihr Name stammt vom althochdeutschen Haganbuoche, wobei „hag“ damals eine Hecke bezeichnete, ein Hinweis auf ihre Nutzung im frühen Mittelalter zur Grundstückseingrenzung.
Mit einer jährlichen Zuwachsrate von über 40 cm verträgt sie zwei Rückschnitte pro Jahr, um eine dichte, formschöne Hecke zu bilden. Als Baum kann sie bis zu 20 m hoch werden, als Hecke wird sie deutlich niedriger gehalten und bietet in etwa 2 m Höhe guten Sichtschutz, verliert jedoch im Winter ihr Laub.
4. Liguster (Ligustrum vulgare)

Der Gewöhnliche Liguster wächst 30–40 cm pro Jahr und ist wegen seines schnellen Wachstums und der guten Schnittverträglichkeit als Gartenhecke beliebt. Die Sorte ‚Atrovirens‘ wird 3–4 m hoch und bietet dichten Sichtschutz.
Immergrüne Arten wie der Wintergrüne Liguster (Ligustrum ovalifolium) aus Japan erreichen ebenfalls bis zu 4 m. Sein eiförmiges, glänzendes Laub ist mittelgrün, und er bevorzugt sonnige Standorte mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden, auch kalkhaltig, trocken bis mäßig feucht.
Unser Tipp!
Für eine Hecke sollte man den Liguster nach dem Einsetzen auf 30 cm zurückschneiden und in den ersten zwei Jahren regelmäßig kräftig schneiden.
5. Rotbuche (Fagus syvatica)

Auch die schnell wachsende und reich verzweigte Rotbuche wird in unseren Gärten gerne in Form von Hecken angepflanzt. Man kann sie entweder als Wildhecke frei wachsen lassen oder in Form schneiden, denn sie ist sehr schnittverträglich.
Rotbuchen sind zwar nicht immergrün, aber das bräunlich gefärbte Herbstlaub kann man, vorausgesetzt die Hecke steht an einem windgeschützten Platz, bis zum nächsten Frühjahr hängen lassen. Das bietet auch im Winter einen gewissen Sichtschutz.
Unter guten Standortbedingungen (in Sonne oder Halbschatten) und auf einem gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden erreicht sie Zuwachsraten von 35 bis 40 cm pro Jahr.
Schon gewusst?
Für die Anlage einer Rotbuchen-Hecke braucht man 4 Pflanzen pro laufenden Meter.
Immergrüne Heckenpflanzen
Immergrüne Heckenpflanzen behalten das ganze Jahr über ihr Laub und sorgen so für dauerhaften Sichtschutz. Sie eignen sich besonders gut für Gärten oder Balkone, wo das grüne Blätterkleid auch im Winter Farbe und Struktur bietet.
Hierzu gehören:
- Bambus
- Eibe
- Immergrüne Glanzmispel
- Abendländischer Lebensbaum
- Leylandzypresse
6. Bambus

Bambus wird in Mitteleuropa zunehmend nicht nur als Ziergras, sondern auch als Heckenpflanze geschätzt. Die Auswahl reicht von niedrigen Zwergsorten für Beetumrandungen bis zu hoch wachsenden Arten, die schnellen Sichtschutz bieten.
Horstbildende Bambusse (z. B. Fargesia)

Horstbildende Bambusse bilden dichte Horste aus Halmen und benötigen keine Rhizomsperre. Sie wachsen zwar langsamer, lassen sich aber gut zu einer schmalen, mittelhohen Hecke formen.
Besonders beliebt ist der Muriel-Bambus (Fargesia murielae), mit Sorten wie:
- ‘Deep Forest’
- ‘Jumbo’
- ‘Green Arrows’
Diese erreichen Wuchshöhen von etwa 3 bis 4 m.
Ausläuferbildende Bambusse (z. B. Phyllostachys)

Diese Arten bilden lange, unterirdische Rhizome, die in verschiedene Richtungen wachsen. An diesen entstehen neue Halme, oft in größerem Abstand zueinander. Sie wachsen schneller und höher und bieten einen besonders effektiven Sichtschutz.
Wichtig!
Ausläuferbildender Bambus braucht unbedingt eine Rhizomsperre, damit sich die Pflanze nicht unkontrolliert ausbreitet.
Geeignete Arten für hohe, dichte Hecken sind z. B.:
- Phyllostachys arcana (4–6 m)
- P. aureosulcata (3–5 m)
- P. bissetii (3–5 m)
- P. glauca (5–7 m)
Höhenbegrenzung durch Schnitt
Das Wachstum von Bambus lässt sich durch gezielten Rückschnitt steuern. Nach Erreichen der gewünschten Höhe werden die Halme abgeschnitten, die in den Folgejahren nicht mehr weiterwachsen, sodass die Hecke niedrig bleibt und ihr natürliches Aussehen behält.
7. Eibe (Taxus baccata)

Die Eibe ist in Europa und Asien verbreitet und eignet sich gut als schnell wachsende Hecke, da sie auch strenge Formschnitte verträgt. Typisch sind die leuchtend roten, becherförmigen Früchte. Sie wächst 20–30 cm pro Jahr und bevorzugt lehm- und kalkhaltigen Boden, Sonne oder Schatten.
Vorsicht!
Nicht nur die Früchte, sondern alle Pflanzenteile der Eibe sind giftig. Daher ist sie für Familiengärten mit Kleinkindern nicht zu empfehlen.
8. Immergrüne Glanzmispel (Photinia x fraseri)

Die Glanzmispel ist eine attraktive Gartenpflanze mit dekorativem Laub. Als Hecke wächst sie schnell bis zu 1 m pro Jahr, bildet einen dichten Sichtschutz und wird ungeschnitten bis 3 m hoch. Neue Triebe sind leuchtend rot, die Blüten schmetterlingsähnlich weiß. Sie bevorzugt Halbschatten und feuchten, gut durchlässigen Boden, regelmäßiges Wässern in heißen Sommern ist empfehlenswert.

Beliebte Sorten
- ‘Birmingham’ – Immergrün, schmal-eiförmige Blätter, die zunächst purpurrot, später dunkelgrün sind. Im späten Frühjahr erscheinen kleine weiße Blüten in Doldenrispen. Die Sorte ist nicht ganz winterhart (bis ca. -5 °C) und kann im Sommer über halbreife Stecklinge vermehrt werden.
- ‘Red Robin’ – Besonders auffällig durch ihren feuerroten Neuaustrieb im Frühjahr. Ähnelt ansonsten der Sorte ‘Birmingham’.
Weitere Zuchtsorten
- ‘Camilvy’
- ‘Curly Fantasy’
- ‘Cassini’ (‘Pink Marble’™) – mit interessant gefärbtem Laub.
Unser Tipp!
Mit ihren farbintensiven Trieben und dekorativen Blättern zählen Glanzmispeln zu den schönsten Heckenpflanzen, die man im Garten pflanzen kann.
9. Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)

Der Abendländische Lebensbaum wächst schmal-kegelförmig und kann als Solitär bis zu 20 m hoch werden, eignet sich aber auch gut als Hecke. Mit Pflanzabständen von etwa 60 cm und zweimal jährlichem Schnitt wächst er 20–40 cm pro Jahr, verträgt Sonne und Halbschatten und fast alle Böden, nur Staunässe sollte vermieden werden.
Heckenpflege und Problemstellen
Eine Thuja-Hecke, die innen stark verkahlt, lässt sich in der Regel nicht mehr retten. Sind bereits von außen größere Lücken sichtbar, sollten die betroffenen Pflanzen entfernt werden. Wenn auch das nicht möglich ist, hilft oft nur eine Neuanlage der gesamten Hecke.
Unser Tipp!
Eiben-Hecken lassen sich besser regenerieren. Hier können kahle Stellen durch einen gezielten Winterschnitt und intensive Düngung im Frühjahr wieder geschlossen werden.
Zuchtsorten von Thuja occidentalis
- ‘Aurea Nana’: Diese kompakte Sorte wird etwa 60 cm hoch und genauso breit. Sie wächst eiförmig mit einer abgerundeten Spitze. Die dicht stehenden, kleinen, dreieckigen Blätter überlappen sich an den senkrechten Zweigen. Ideal für niedrige, rundliche Hecken.
- ‘Caespitosa’: Eine langsam wachsende, niedrige Sorte mit nur 30 cm Höhe und 40 cm Breite. Sie hat dunkelgrüne, kleine Blätter, die teils unregelmäßig an dünnen Zweigen sitzen. Diese Sorte bevorzugt Halbschatten und einen mäßig feuchten, durchlässigen Boden, der nicht austrocknen darf.
10. Leylandzypresse (Cupressocyparis leylandii)

Die Leylandzypresse ist ideal für schnell wachsende, blickdichte Hecken mit bis zu 70 cm Zuwachs pro Jahr. Die säulenförmige Pflanze entstand aus der Kreuzung von echter Zypresse (Cupressus) und Scheinzypresse (Chamaecyparis) und trägt schuppenförmige Blätter in dunkel- bis graugrün. Sie bevorzugt sonnige Standorte, verträgt fast alle Böden, auch kalkhaltige, und sollte im Sommer geschnitten werden, ohne ältere Äste auszudünnen.
Zuchtsorten der Leylandzypresse
- ‘Castlewellan Gold’: Diese Sorte wird als einzelner Baum bis zu 25 m hoch. Auch daraus lässt sich eine gleichmäßige, blickdichte Hecke anlegen. Im Unterschied zur Stammform sind die schuppenförmigen Blätter leuchtend grün mit einer goldgelben Tönung.
- ‘Harlequin’: Diese Sorte hat dunkel- bis graugrüne schuppenförmige Blätter mit einer gelblich-weißen Zeichnung.
In Standortbedingungen, Pflege und Schnitt entsprechen beide Sorten der Stammform der Leylandzypresse.