Wir stellen 10 besonders schnellwachsende Bodendecker vor. Sie sind pflegeleicht, schön in Form und Farbe und ideal zur schnellen Flächenbegrünung. Denn wenn im Garten eine größere Fläche frei bleibt, kann sich dort schnell Unkraut ausbreiten. Um das zu verhindern, helfen sogenannte Bodendeckerpflanzen.
Schon gewusst?
Diese Pflanzen wachsen flach und breit. Viele bilden Ausläufer und bedecken so in kurzer Zeit kahle Stellen mit einem dichten Pflanzen-Teppich oder Polster.
1. Elfenblumen (Epimedium)

Elfenblumen (Epimedium) sind mehrjährige, winterharte Stauden aus der Familie der Berberitzengewächse. Sie stammen aus dem Kaukasus oder Ostasien und werden 20 bis 40 cm hoch.
Ihren Namen verdanken sie dem zarten, anmutigen Laub mit schmalen, herzförmigen Blättern. Sie bilden schnell eine dichte, grüne bis bronzefarbene Blätterdecke. Die filigranen Blüten erscheinen im April/Mai in Weiß, Gelb, Orange oder Rot und wirken elfenhaft. Sie „tanzen“ regelrecht über dem Laub.
Elfenblumen bevorzugen halbschattige oder schattige Standorte, z. B. am Gehölzrand oder unter Rhododendren. Der Boden sollte durchlässig, humusreich und leicht sauer sein. Die Blüten brauchen aber etwas Sonnenlicht.
Bei guten Bedingungen sind sie pflegeleicht und breiten sich rasch durch Ausläufer aus. Besonders wuchsfreudige Arten sind:
- Epimedium x perralchichum
- Epimedium perralderianum
- Epimedium pinnatum colchicum
- Epimedium x warleyense (stark bodendeckend, im Winter kupferrotes Laub)
Einige Arten wachsen nicht über Ausläufer, sondern horstartig.
Wichtig!
Es ist wichtig beim Pflanzen Handschuhe zu tragen, da Elfenblumen giftige Stoffe enthalten.
2. Kriechender Günsel (Ajuga reptans)

Der Kriechende Günsel ist eine pflegeleichte, bodendeckende Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Er ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und bildet durch belaubte Ausläufer schnell größere Kolonien – manchmal etwas lückenhaft.
Die Wildform blüht zwischen April und Juni mit vielen blauen Blüten auf kurzen, aufrechten Sprossen.
Es gibt auch schöne Zuchtsorten mit anderen Blütenfarben:
- ‘Alba’: weiße Blüten
- ‘Atropurpurea’ / ‘Purpurea’: purpurrote Blüten
- ‘Tricolor’: blaue Blüten, buntes Laub in Bronze, Rosarot und Goldgelb
- ‘Teppichrosa’: rosa Blüten, rötlich überhauchtes Laub
Der Günsel bevorzugt halbschattige, feuchte Standorte und eignet sich gut für die Begrünung von Teichrändern. Sorten mit buntem Laub brauchen etwas mehr Licht und stehen am besten an sonnigen bis absonnigen Plätzen.
Er ist sehr pflegeleicht: Einmal jährlich Kompost auftragen genügt.
Unser Tipp!
Wenn der Günsel zu stark wuchert, kann man ihn sogar mit einem hoch eingestellten Rasenmäher kürzen.
3. Kriechmispel (Cotoneaster dammeri), auch Teppich-Zwergmispel genannt

Die Teppich-Zwergmispel stammt ursprünglich aus Westchina und gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist ein immergrünes, breit wachsendes Laubgehölz. Schon eine einzige Pflanze kann 1,5 m² Boden bedecken.
Die kleinen, glänzend dunkelgrünen Blätter färben sich im Herbst leicht rötlich. Im Mai/Juni erscheinen rot-weiße Blüten, aus denen ab August erbsengroße, rote Beeren entstehen.
Die Teppich-Zwergmispel wächst auch im Halbschatten, bildet aber nur an sonnigen Standorten ihre auffälligen Früchte. Sie braucht gut durchlässigen Boden, denn Staunässe verträgt sie nicht.
4. Lippenmäulchen (Mazus reptans)
Das Lippenmäulchen stammt aus dem Himalaya, ist aber bei uns in Mitteleuropa bis etwa minus 5° C winterhart. Es wird nur etwa 5 cm hoch, jedes Pflänzchen nimmt jedoch eine Grundfläche von etwa 30 cm2 ein. Durch seine Tochterpflanzen breitet sich das Lippenmäulchen rasch aus und bildet dann teppichartige Polster.
Die grün glänzenden Blätter sind grob gezähnt. Die violetten Blüten mit ihren weiß-, gelb- oder rot-gefleckten Lippen erscheinen im Mai/ Juni.
Wichtig!
Lippenmäulchen brauchen einen windgeschützten Platz in voller Sonne mit einem feuchten, aber trotzdem gut durchlässigen Boden.
5. Mastkraut (Sagina subulata), auch Sternmoos genannt
Sternmoos (Sagina) ist eine winterharte Pflanze, die dichte, moosähnliche Polster bildet. Es gibt einjährige und mehrjährige Arten. Neben der weiß blühenden Naturform ist auch die Sorte Sagina subulata ‘Aurea’ mit gelbgrünem Laub bekannt.
Sternmoos wird nur 1–3 cm hoch (max. 10 cm), breitet sich aber sehr schnell durch wurzelnde Triebe aus. Die Blätter sind stachelartig und schmal. Die weißen Blüten (nur 4 mm groß) erscheinen von Juni bis August.
Ideal ist Sternmoos für Steingärten oder sonnige Flächen, wo es rasch einen dichten Pflanzenteppich bildet. Es braucht feuchten, gut durchlässigen, leicht sauren bis neutralen Boden und einen Platz in voller Sonne – Vermeidung von Trockenheit und Hitze ist wichtig.
6. Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Pfennigkraut ist eine niedrig wachsende Pflanze (nur ca. 5 cm hoch) aus der Familie der Primelgewächse. Es kommt in Europa in Auwäldern, an Gewässerrändern und auf feuchten Wiesen vor.
Ein einzelnes Pflänzchen kann durch wurzelnde Triebe schnell ganze Flächen bedecken. Im Halbschatten am Gartenteich breitet es sich sogar unter Wasser aus und wird dann zu einer submersen Wasserpflanze.
Seinen Namen verdankt es den kleinen, runden Blättern. Von Mai bis Juli zeigt es goldgelbe Blüten, etwa 2 cm groß. Pfennigkraut wächst sehr stark und sollte mit Abstand zu anderen Pflanzen gesetzt werden, besonders in Steingärten.
Es braucht feuchten, aber durchlässigen Boden im Halbschatten. Die Vermehrung ist einfach: Man trennt einfach bewurzelte Triebe ab und pflanzt sie um.
7. Silberwurz (Dryas octopetala)

Die Silberwurz ist ein immergrüner Zwergstrauch aus der Familie der Rosengewächse. Sie stammt aus den Moorgebieten Nordeuropas und wächst teppichartig.
Die Pflanze wird nur etwa 10 cm hoch, kann sich aber mit bewurzelten Trieben auf bis zu 90 cm ausbreiten. Im Mai und Juni zeigt sie weiße, becherförmige Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 4 cm. Die dunkelgrünen, glänzenden Blätter sind länglich, haben eine runzelige Oberfläche und einen gekerbten Rand.
Schon gewusst?
Am besten wächst Silberwurz in voller Sonne, z. B. im Steingarten, auf kiesreichem, nährstoffreichem, aber gut durchlässigem Boden.
8. Steinsame (Lithodora diffusa)

Der Steinsame (auch Enzianblauer Steinsame genannt) ist ein niedriger, polsterbildender Halbstrauch aus der Familie der Raublattgewächse. Er wird 10–15 cm hoch, aber bis zu 60 cm breit.
Die dunkelgrünen, borstigen Blätter sind spatelförmig. Von Mai bis Juni erscheinen trichterförmige, blaue Blüten. Besonders auffällig ist die Sorte ‚Heavenly Blue‘ mit kräftig enzianblauen Blüten, die in endständigen Blütentrauben wachsen.
Steinsamen bevorzugen einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem, leicht saurem Boden. Sie lassen sich vegetativ durch halbausgereifte Stecklinge vermehren. Diese schneidet man im Sommer, wenn der Boden bereits warm ist.
9. Teppich-Golderdbeere (Waldsteinia ternata)

Die Golderdbeere (auch Teppich-Golderdbeere oder Waldsteinie genannt) ist eine immergrüne, winterharte Staude aus der Familie der Rosengewächse. Sie stammt aus den Wäldern Südost-Europas und Asiens und ist auch in Mitteleuropa gut an das Klima angepasst.
Die Pflanze wird 5 bis 10 cm hoch und bildet schnell einen dichten, grünen Blätterteppich. Im Frühsommer erscheinen darüber kleine, gelbe Blüten, die an Walderdbeeren erinnern. Sie bildet auch rote Früchte, die essbar, aber ziemlich geschmacklos sind.
Waldsteinien gedeihen am besten an halbschattigen bis schattigen Standorten, z. B. unter Laubbäumen oder am Gehölzrand. Der Boden sollte humusreich und locker sein.
Die Pflanze breitet sich schnell aus und kann sich sogar gegen andere Bodendecker durchsetzen. Kriechender Günsel kann als natürliche Grenze zur Eindämmung verwendet werden.
Waldsteinien brauchen kaum Pflegemaßnahmen. Um sie mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, reicht es aus, wenn man das Falllaub denn Winter über einfach liegen und verrotten lässt. Alle 2 bis 3 Jahre sollte man die Golderdbeere zusätzlich mit einer dünnen Schicht aus reifem Kompost mulchen.
10. Ysander (Pachysandra terminalis)
Der Ysander wird auch Japanischer Ysander, Dickmännchen oder Schattengrün genannt.

Ysander (auch Dickmännchen genannt) ist ein immergrüner Bodendecker aus der Familie der Buchsbaumgewächse. Er stammt aus den feuchten Wäldern Chinas und Japans, wird aber auch bei uns seit Langem zur Begrünung kahler Flächen verwendet.
Er wird 15–30 cm hoch, breitet sich aber schnell durch kriechende Rhizome und unterirdische Ausläufer aus und bildet einen dichten Laubteppich.
Ysander braucht einen halbschattigen Standort, z. B. unter Gehölzen. Der Boden sollte frisch, humusreich, locker und gut durchlässig sein – kalkhaltige Böden verträgt er nicht.
Die glänzend dunkelgrünen, lanzettförmigen Blätter sitzen an kurzen, unten verholzenden Trieben.
Von April bis Mai blüht der Ysander:
- Männliche Blüten: kleine, weiße Ähren mit verdickten Staubfäden (ohne Blütenkrone)
- Weibliche Blüten: unscheinbar, grünlich und zwischen den männlichen Blüten sitzend
Ysander wirkt am besten, wenn er allein auf größeren Flächen wächst, ohne Konkurrenz durch andere Bodendecker. Zur Pflanzung legt man die Rhizome flach in lockeren Boden. In den ersten Tagen ist es wichtig ihn gut zu wässern, wenn es trocken ist.
Wichtig!
Alle Pflanzenteile des Ysanders sind giftig. Deshalb sollte man beim Pflanzen Handschuhe tragen!