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Das Foto zeigt die Blüte vom Ackerrettich

Ackerrettich bekämpfen

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Der Ackerrettich breitet sich im Garten schnell aus und kann auf Beeten störend werden. Durch einfaches Ausreißen oder Jäten kann man den Ackerrettich effektiv und ohne Chemie bekämpfen.

Erkennen

Der Ackerrettich, unter Gärtnern auch Hederich genannt, ist ein Samenunkraut, das im Garten wenig willkommen ist. Ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammend, breitet er sich schon seit der Jungsteinzeit aus und war früher vor allem ein Unkraut in Roggenfeldern.

Typisch für den Ackerrettich sind die perlschnurartig eingeschnürten Schotenfrüchte, die bis zu 5 cm lang werden und bei Reife in Einzelglieder zerfallen, von denen jedes einen Samen enthält. Die Pflanze wird 30 bis 60 cm hoch.

Die unteren Stängelblätter sind in bis zu vier schmale Fiederlappen geteilt und enden in einer großen Endfieder, die oberen Blätter sind ungeteilt. Alle Blätter sind mit rauen Härchen besetzt.

Die Blütezeit reicht, abhängig vom Standort, von Mai bis August. Die Blütenkronblätter sind meist weiß mit violetten Adern, an sandigen Standorten in Nord- und Osteuropa hell-gelblich. Anders als beim Ackersenf stehen die Kelchblätter aufrecht und sind etwa halb so lang wie die bis zu 2 cm langen Kronblätter.

Der Ackerrettich ist einjährig und sät sich im Frühjahr oder Herbst aus. Seine Samen werden vor allem durch Wind, Regenwasser, Menschen und Tiere verbreitet, im Garten besonders durch Ameisen.

Die Keimpflanzen besitzen gesielte, umgekehrt herzförmige Blätter. Die ersten Laubblätter danach sind eiförmig, ungegliedert und haben einen gekerbten Rand.

Bekämpfung des Ackerrettichs

Den Ackerrettich kann man leicht aus dem Boden ziehen, sodass man ihn im Hobbygarten gut durch Jäten entfernen kann. Chemische Bekämpfung ist daher nicht nötig.

Wichtig!

Die Pflanze ist leicht giftig: Die enthaltenen scharfen Senf-Öle reizen die Schleimhäute und können bei größeren Mengen Übelkeit, Krämpfe oder Erbrechen auslösen. Beim Ausreißen sollte man daher sicherheitshalber Gartenhandschuhe tragen.

Trotz seiner Unbeliebtheit bei Hobbygärtnern wird der Ackerrettich von Honig- und Wildbienen als Trachtpflanze geschätzt. In manchen Ländern wird er zudem als Salatpflanze genutzt.

Verbreitung und Vorkommen

Der Ackerrettich stammt ursprünglich aus der Mittelmeerregion, hat sich aber längst in allen gemäßigten Klimazonen weltweit verbreitet.

Er kommt häufig auf Getreideäckern und Schuttplätzen vor und wächst sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. Anders als der Ackersenf bevorzugt er vor allem kalkarme bis kalkfreie, leicht saure Lehm- und Sandböden. Im Gebirge kann er bis in Höhen von 1.300 m über NN vordringen.

Verwandtschaft

Das Foto zeigt einen großen Bund Radieschen

Erstaunlicherweise ist der Ackerrettich mit dem Garten-Rettich (Raphanus sativus) verwandt. Anders als der Ackerrettich bildet dieser jedoch keine perlschnurartig gegliederten Schotenfrüchte. Der Garten-Rettich wird in vielen Varietäten kultiviert, vom klassischen Rettich bis hin zum Radieschen.